EPDT 2015

Die Entwicklungspolitischen Diskussionstage 2015


Zum vierzehnten Mal wurden die Diskussionstage von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des aktuellen SLE-Lehrgangs und von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Heinrich-Böll-Stiftung inhaltlich vorbereitet und moderiert. Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis diskutierten auf dem Podium den aktuellen Stand der Themen und stellten sich den Fragen des Fachpublikums.

Die EPDT wurden zu den folgenden aktuellen entwicklungspolitischen Themenstellungen durchgeführt:

Verantwortung ohne Grenzen?
Ausrichtung und Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit
im Kontext von Flucht und Vertreibung


06.05.2015 (11.00 – 14.30 Uhr)

Mehr als die Hälfte der Kooperationsländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind von Konflikten, Gewalt und Fragilität betroffen. Derzeit befinden sich weltweit 51 Millionen Menschen auf der Flucht, ein Großteil davon innerhalb der eigenen Landesgrenzen oder in den oftmals armen Nachbarländern. Die betroffenen Aufnahmeregionen und host communities werden dadurch häufig vor enorme Herausforderungen gestellt.

Wie positioniert sich die EZ angesichts dieser Herausforderungen? Welche Rolle kann, will und sollte sie einnehmen? Ist sie in der Lage, Konfliktursachen zu bekämpfen, geflüchtete Menschen zu unterstützen und Schutzmechanismen zu fördern? Wie wirksam sind bisher aufgelegte Programme?

Diese und weitere Fragen werden von einem Podium mit ExpertInnen aus Wissenschaft, Praxis und Menschen mit Fluchterfahrung diskutiert. Dabei stehen die Bedürfnisse der Geflüchteten in den Aufnahmeregionen sowie die spezielle Lage von Binnenvertriebenen, host communities und besonders vulnerablen Gruppen im Mittelpunkt.

Beiträge von: Andrea Muck (BMZ), Sophia Wirsching (Brot für die Welt), Dr. Ulrike Krause (Philipps-Universität Marburg), Bruno Watara (Netzwerk Afrique-Europe-Interact)

Einführungsreferat und Powerpoint Präsentation sowie Briefing Paper


Don’t spoil our soil!
Das Spannungsfeld zwischen Bodenschutz und Ernährungssicherung


07.05.2015 (9.00 – 12.30 Uhr)

The Nation that destroys its soil destroys itself.” (F. Roosevelt 1937)

Wir nehmen Boden selten bewusst wahr, nutzen ihn aber jeden Tag. Er liefert uns Nahrungsmittel und ist Grundlage unseres Lebens. Doch dieses kostbare Gut ist nicht unerschöpflich: Weltweit gehen jährlich 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden durch nicht-nachhaltige Nutzung verloren. Die stärkere Sensibilisierung für dieses Thema ist daher ein zentrales Anliegen im Internationalen Jahr des Bodens.

Die fortschreitende Degradierung der Böden als Folge einer Fehl- und Übernutzung und des Klimawandels stellt für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherung und die Stabilität der Ökosysteme eine große Herausforderung dar. Von sinkenden Erträgen sind insbesondere Landwirte im globalen Süden betroffen. Durch das Bevölkerungswachstum wird diese Situation weiter verschärft.

In der Veranstaltung sollen u.a. folgende Fragen diskutiert werden: Welche Akteure tragen Verantwortung für effektiven Bodenschutz? Welche nachhaltigen und gleichzeitig produktiven Ansätze gibt es für Agrarböden? Wie können die Beiträge von Kleinbauern und Agrobusiness aussehen? Was sind notwendige internationale Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Bodendegradation und zum Erhalt guter Bodenqualität? Welche Rolle kann die Entwicklungszusammenarbeit bei der Ausarbeitung und Implementierung spielen?

Beiträge von: Dr. Friedrich Dechet (Industrieverband Agrar e.V. (IVA)), Dr. Johannes Kotschi (AGRECOL e.V.), Dr. Alexander Erlewein (UNCCD), Dr. Susanne Neubert (SLE)

Einführungsreferat und Briefing Paper

 

Die "New Alliance" - Eine Allianz für alle?
Chancen und Herausforderungen für die Armuts- und Hungerbekämpfung


08.05.2015  (9.00 – 12.30 Uhr)

Die Bekämpfung von Hunger und Armut ist eines der dringlichsten Ziele der internationalen Zusammenarbeit. Dabei sind sich staatliche Institutionen, NGOs und Zivilgesellschaften darin einig, dass verstärkte Investitionen in den Agrarsektor wesentlich zur Ernährungssicherheit beitragen, da Kleinbäuerinnen und Kleinbauern am stärksten von Hunger und Armut betroffen sind.

Während das Ziel klar erscheint - eine Welt ohne Hunger - ist der richtige Weg überaus umstritten. PPP-Initiativen wie die New Alliance stehen oftmals in der Kritik eine inputintensive Landwirtschaft zu fördern, die lokale sozioökonomische Kontexte nicht ausreichend beachtet. NGOs und Wissenschaft favorisieren hingegen die Förderung kleinbäuerlicher Anbaumethoden und deren höheres Maß an Partizipation und Ownership.

Die Veranstaltung soll die Möglichkeit bieten, die New Alliance kritisch zu diskutieren und Handlungsperspektiven aufzuzeigen, die sowohl dem gestiegenen Finanzierungsbedarf gerecht werden als auch gleichzeitig die eigentliche Zielgruppe der KleinbäuerInnen integrieren, da diese für einen Großteil der globalen Agrarproduktion verantwortlich sind.

Beiträge von: Marita Wiggerthale (Oxfam Deutschland e.V.), Gudrun Kopp (Parlamentarische Staatssekretärin a. D. (BMZ), Vorstandsmitglied ENoP), Prof. Dr. Theo Rauch (SLE), Dr. Thomas Breuer (GIZ)

Einführungsreferat und Powerpoint-Präsentation sowie Briefing Paper

Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.