EPDT 2011

Dokumentationen der Veranstaltung vom 17. bis 18. Mai 2011

„Buen Vivir, Glück und Wellbeing. - Welche Chancen bieten nicht-wachstumsbasierte Entwicklungskonzepte?

Neue sowie wiederkehrende Krisen (Finanz- und Umweltkrisen, Ressourcenknappheit und soziale Ungleichheit) verdeutlichen die strukturellen Defizite von Entwicklungsmodellen, die auf Wirtschaftswachstum basieren. In jüngster Zeit werden nun verstärkt Konzepte diskutiert, die auf einem alternativen Entwicklungsverständnis aufbauen. In deren Mittelpunkt stehen Aspekte wie Lebensqualität, subjektives Wohlbefinden und umweltbewusste Verhaltensweisen.

Bekannte Beispiele sind das Bruttosozialglück Bhutans, das „buen vivir“ aus Südamerika und der Australische Wellbeing Index. Mit unseren ReferentInnen möchten wir der Frage nachgehen, inwieweit solche Konzepte umgesetzt werden. Welche Chancen und Risiken existieren hierbei? Kann Lebensqualität überhaupt gemessen werden, und wenn ja, wie? In Hinblick auf die aktuelle politische Relevanz dieses Themas stellt sich zusätzlich die Frage, welche politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen und Handlungsoptionen sich für die Zukunft ergeben.
 
Beiträge von: Prof. Dr. Jan Delhey (Jacobs-University Bremen), Prof. Dr. Karlheinz Ruckriegel (Ohm-Hochschule Nürnberg), Jens Martens (Global Policy Forum Europe), Dr. Almut Schilling-Vacaflor (GIGA Institut für Lateinamerika-Studien)
 
 
„Wo der Pfeffer wächst - Visionen ländlicher Entwicklung im Spannungsfeld globaler Herausforderungen“

Warum über Visionen ländlicher Entwicklung diskutieren? Spätestens seit die weltweiten Preise für Grundnahrungsmittel Anfang 2008 explodierten und dies gewaltsame Revolten in Entwicklungsländern zur Folge hatte, ist die ländliche Entwicklung als Hoffnungsträger in der Armutsbekämpfung zurück auf der politischen Agenda. Doch noch immer sind rund eine Milliarde Menschen weltweit unterernährt, überwiegend auf dem Land. Daher stellt sich die Frage, was wir aus der Krise gelernt und ob die erarbeiteten Strategien gegriffen haben.

Aktuell steigende Agrar- und Energiepreise und Ressourcenverknappung sind nur zwei Aspekte, aus denen sich spezielle Herausforderungen für den ländlichen Raum ergeben. Machen sie den ländlichen Raum wieder attraktiv für Investitionen und wie sollten Intensivierungsspielräume ausgestaltet werden? Soll allein die Landwirtschaft Motor ländlicher Entwicklung sein? Es gibt viele offene Fragen. In unserer Podiumsdiskussion soll die Komplexität der ländlichen Entwicklung im Spannungsfeld sich verändernder globaler Rahmenbedingungen aufgezeigt und über Handlungswege und deren Umsetzungsmöglichkeiten gesprochen werden.
 
Beiträge von: Prof. Dr. Theo Rauch (FU Berlin / Freier Gutachter), Dr. Stefan Schmitz (BMZ, Ref. 314), Dr. Henri Suter (Aga Khan Foundation), Carolin Callenius (Brot für die Welt)
 
 
„Ziviler Friedensdienst in der Kontroverse?- Stellenwert und Wirkung eines Instrumentes zur zivilen Konfliktbearbeitung“
 
Im Zivilen Friedensdienst (ZFD) arbeiten staatliche und nichtstaatliche Träger seit 1999 zusammen und tragen durch die Entsendung von Friedensfachkräften zur zivilen Konfliktbearbeitung in    Krisenregionen bei. In diesem Jahr wurde der ZFD als Instrument der zivilen Konfliktbearbeitung evaluiert. Die Diskussionsveranstaltung knüpft hieran an und wird Bilanz ziehen und Perspektiven erörtern.

Zur Diskussion stehen der Stellenwert und die Wirksamkeit des ZFD als Beitrag zur Konfliktbearbeitung: Vor welchen programmatischen und institutionellen Herausforderungen steht der ZFD und welche Potenziale können ausgeschöpft werden? Wo kann sich der ZFD innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verorten? Friedensfachkräfte, WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen werden diese Fragestellungen in einer kontroversen Diskussion beantworten.
 
Beiträge von: Eckhard Volkmann (BMZ, Ref. 400), Dr. Oliver Jütersonke (The Graduate Institute Geneva, CCDP), Dr. Tilman Evers (forumZFD), Doerthe Beer (Beraterin ZFD/WFD)