EPDT 2010

Dokumentationen der Veranstaltung vom 19. bis 21. Mai 2010

 

Milleniumsentwicklungsziele bis 2015 und danach: Was wurde erreicht und wie geht es weiter?

Die acht Milleniumsentwicklungsziele werden als Paradigmenwechsel in der internationalen Entwicklungsdebatte bezeichnet: Erstmalig wurden Wirkungen der weltweiten Anstrengungen zur Armutsbekämpfung messbar gemacht und eine konkrete Umsetzungsfrist bis 2015 gesetzt.
Heute blickt die Internationale Gemeinschaft auf zehn Jahre Erfahrungen mit den Millenniumsentwicklungszielen zurück und kann die Errungenschaften, aber auch die Herausforderungen dieses Projektes kritisch beleuchten. Hierbei stellen sich die Fragen, was in den verbleibenden fünf Jahren noch unternommen wird, um die gesetzten Ziele zu erreichen und vor allem auch, was nach 2015 aus dem Vorhaben werden soll. Wird es "more of the same" geben oder ein ganz neues Konzept?

Beiträge von: Dr. Hildegard Lingnau (BMZ), Dr. Michael Krempin (GTZ), Ulrich Post (VENRO), und Jens Martens (Global Policy Forum Europe)

 
Staat und Wirtschaft als Partner: Public Private Partnerships - Ein wirksames Instrument zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele?

Die Otto Group kauf Baumwolle von Kleinbauern aus Afrika, die Allianz AG bietet Mikroversicherungen für Arme in Laos an - zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) setzt die neue Regierung verstärkt auf die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, unter anderem durch Public Private Partnerships (PPPs).
Während viele Entwicklungsexperten und Vertreter der Wirtschaft PPPs als innovatives Instrument zur Erreichung von entwicklungspolitischen Zielen loben, werden sie von ihren Gegnern als verdeckte Subventionspolitik für deutsche Unternehmen gesehen. In diesem Spannungsfeld gilt es zu diskutieren, wer die wahren Gewinner dieser Kooperationen sind und welche Chancen und Risiken PPPs für die Partnerländer zur Erreichung der MDGs bergen.
Wie können PPP-Wirkungen gemessen werden und welche Anpassungen des Instruments sind in der Zukunft nötig, um entwicklungspolitische Ziele durch eine Kooperation mit der Wirtschaft effizienter erreichen zu können.

Beiträge von: Dr. Tilman Altenburg (DIE), Heiko Schwiderowski (DIHK e. V.), Jonas Naguib (GTZ)

 
"Welthunger nach Land: Chancen und Risiken von großflächigen Landverkäufen in Entwicklungsländern für die globale Ernährungssicherheit"

22 Millionen Hektar Land sind weltweit vom sogenannten "Land Grabbing" betroffen - das entspricht fast zwei Dritteln der Fläche Deutschlands (BMZ 2009). In den vergangenen Jahren haben großflächige Landkäufe und Pachten in Entwicklungsländern durch ausländische Investoren eine enorme Dynamik angenommen.
Hierbei streben staatliche und private Investoren nach Nahrung für die Bevölkerung ihrer jeweils eigenen Länder, nach Biokraftstoffen oder dem ganz großen Geld. Die Verkäuferländer hingegen benötigen dringend Investitionen in ihre Landwirtschaft. Sie erhoffen sich verbesserte Infrastruktur, neue Arbeitsplätze und Technologietransfers. In der Realität aber hat die lokale Bevölkerung der Entwicklungsländer häufig das Nachsehen, denn die Kleinbauern verlieren schlimmstenfalls ihre Existenzgrundlage. Somit ginge die Nahrungssicherung der reicheren Länder auf Kosten der Nahrungssicherheit der ärmeren Länder.
Wer sind also die wahren Gewinner und Verlierer? Was bedeutet dieser Trend für die Ernährung der Welt? Wie können Akteure die Chancen und Risiken beeinflussen?

Beiträge von: Detlef Schön (Aquila Capital), Bodo Richter (GTZ), Mira Palmisano (Via Campesina Österreich)