SLE Lebenslinie 1960 bis heute

Arbeitsfelder (Der Klick auf das  -Symbol öffnet den Beitrag)
  • 2017

    Das SLE schließt einen Kooperationsvertrag mit Brot für die Welt (BfdW), um lokale BfdW-Partnerorganisationen in Indonesien bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen

    Das SLE schließt einen Kooperationsvertrag mit Brot für die Welt (BfdW), um lokale BfdW-Partnerorganisationen in Indonesien bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Dabei handelt es sich in West-Java um einen mitgliederstarken Kleinbauernverband, den „Ikatan Petani Pengendalian Hama Terpadu Indonesia (IPPHTI)“ und in Südsulawesi um die regionale Kirchengemeinde „Gereja Toraja (GT)“. In den Projektgebieten ist der Klimawandel spürbar durch Meeresspiegelanstieg, einhergehender Versalzung von Böden, aber auch vermehrte Starkregenereignisse und Regenausfälle, die Erosion und Dürren und Ernteverluste nach sich ziehen. Es wird die Fähigkeit benötigt, sich kontinuierlich an neue Bedingungen anzupassen. Diese Innovationsfähigkeit haben die Projektpartner und Kleinbauer*innen nicht immer. Sie sind nicht dafür ausgestattet, selbst systematisch Forschung zu betreiben, die spezifischen klimawandelbedingten Herausforderungen auf ihren eigenen Feldern zu erkennen, diese systematisch zu dokumentieren und Lösungen zu entwickeln, diesen spezifischen Herausforderungen entgegenzuwirken. Neue, innovativere Anbaumethoden sollen die Kleinbauern besser auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten. Dabei geht es nicht darum, etwas neu zu erfinden, sondern aktuelles Wissen partizipativ gemeinsam mit den Kleinbauern zu testen. Dafür bedarf es einer besseren Verknüpfung von aktuellem internationalem Wissen und innovativen Ansätzen, die in ähnlichen Kontexten erfolgreich waren. Das SLE zusammen mit den indonesischen Universitäten Padjadjaran in Bandung (UNPAD) und Hasanuddin Universität, Makassar (UNHAS) wird diesen Prozess wissenschaftlich unterstützen. Das SLE wird seine Kernexpertisen, den Mehrebenenansatz und das Durchführen partizipativer Forschung mit Kleinbauern einbringen.


    Projektpartner mit Kleinbauern in Südsulawesi@SLE 2016

  • 2016

    Öffentlichkeitsarbeit

    Ab Anfang 2016 hat das SLE einen neuen Internetauftritt. Neben verbessertem Design und Struktur gehört hierzu die Möglichkeit, Inhalte auch auf mobilen Geräten darzustellen. Die SLE-Printmedien (Studien, Flyer, Briefing Paper etc.) werden an dieses neue Design angepasst .

  • 2015

    Strukturwandel in Afrika

    Der Antrag des SLEs für das Forschungs- und Beratungsprojekt „Strukturwandel in Afrika sozial und ökologisch nachhaltig gestalten“ wird vom BMZ im Rahmen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ (SEWOH) genehmigt und seit Dezember 2014 durchgeführt (Laufzeit 2014-2017). Ziel des Projekts ist die Entwicklung realistischer Zukunftsszenarien für Sub-Sahara-Afrika am Beispiel der drei Fallstudienländer Äthiopien, Benin und Sambia. Dafür werden zunächst in einer konzeptionellen sowie methodischen Studie die Ist-Situation und die Methodik festgelegt. Anschließend werden empirische Daten in Sambia, Benin und Äthiopien auf mehreren Ebenen und in mehreren Regionen erhoben. Auf Grundlage von Workshops, Datenerhebungen und Dokumentenanalysen werden gemeinsam mit den afrikanischen Partnern Strukturwandelszenarien entwickelt. Darauf aufbauend werden Strategien und Instrumente für die Förderung eines sozial und ökologisch nachhaltiger gestalteten Strukturwandels in ländlichen Räumen entwickelt. Im November 2015 findet die erste Feldphase in Sambia statt.

    Metaanalyse

    Das SLE hat eine durch den Förderverein des SLE finanzierte Metaanalyse seiner Auslandsprojektstudien durchgeführt und eine Publikation darüber erstellt. 35 Studien aus der jüngeren Vergangenheit wurden darin quer ausgewertet. Es wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche Arrangements und Institutionen über die Länder und Projektregionen hinweg besonders armutswirksam sind, d.h. kleinbäuerliche Betriebe tatsächlich zu verbesserten Livelihoods verhelfen.


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  • 2015

    Auslandsprojekte

    Drei der vier Auslandsprojekte 2015 finden in Afrika statt, drei behandeln Forschungsfragen zu Ländlicher Entwicklung und Wertschöpfungsketten. Das AP in Ghana arbeitet zu Qualitätsinfrastruktur anhand von Wertschöpfungsketten (Auftraggeber: Physikalisch-Technische Bundesanstalt), das AP Mosambik zur Finanzierung von Agrar-Wertschöpfungsketten (KfW) und das AP in den Philippinen zur Vermarktung von Reiswertschöpfungsketten (GIZ/BEAF). Hinzu kommt ein für die EZ noch recht junges Thema, die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung als Querschnittsaufgabe (Disability Mainstreaming). Seit 2013 verfolgt das BMZ einen Aktionsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen (Laufzeit 2013–2015). Das SLE-Team in Namibia entwickelte ein von der GIZ beauftragtes Handbuch zur besseren Inklusion von Menschen mit Behinderung in Programme der deutschen EZ.

    Änderungen im Curriculum

    Die größte Veränderung im Lehrprogramm 2015 betrifft den vierwöchigen Kurs "Strategien und Instrumente Nachhaltiger Entwicklung - SINE": unter Beibehaltung der SLE-charakteristischen „3Ms“ (Multidimensionalität, Mehrebenenansatz und Multidisziplinarität) werden Themen auf den ländlichen und städtischen Raum erweitert und die Gesamtmethodik überarbeitet. In den kommenden Jahren werden auf Basis der SLE-Forschungsprojekte neue Fallbeispiele entwickelt. Außerdem übernehmen neue Trainerinnen und Trainer den Kurs.

    Auf Initiative des 53. Jahrgangs wurde der Kurs "Internationale Zusammenarbeit und Rassismus" neu ins Programm aufgenommen. Die Studierenden betrachten Entwicklungsbegriff und Grundsätze der Entwicklungspolitik aus postkolonialer Perspektive und setzen sich kritisch mit den Motiven für Entwicklungspolitik im 21. Jahrhundert auseinander.

    53. Lehrgang 2015


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  • 2015

    Ausweitung

    Das Programm von SLE TRAINING kann 2015 (auch dank der neuen Räumlichkeiten) stark ausgeweitet werden. Von August bis Oktober 2015 finden ganze neun Kurse statt!

    Seit 2015 besteht eine Kooperation mit den „Deutsch-Arabischen Masterprogrammen“ (GAMP), die vom DAAD und der GIZ unterstützt werden und sich inhaltlich an den entwicklungspolitischen Schwerpunkten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit der MENA-Region orientieren: Wasser, Erneuerbare Energie, Wirtschaftsreform und Bildung.

    Jubiläum

    Das SLE TRAINING wird 10 Jahre alt. Dieses Jubiläum wird am 26.09. gebührend gefeiert.

    Eindrücke der Festlichkeiten:


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  • 2015

    UN-Klimakonferenz in Paris

    Die UN-Klimakonferenz 2015 (COP 21) findet als 21. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig 11. Treffen zum Kyoto-Protokoll im Dezember in Paris statt. Als Ergebnis wird ein neuer globaler Weltklimavertrag verabschiedet. Das geschickte diplomatische Vorgehen bringt einen ambitionierten Vertrag mit der Zustimmung aller Staaten hervor. Die konkrete Zielsetzung beinhaltet die Begrenzung der Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad Celsius“. Außerdem einigt man sich darauf, den Treibhausgas-Nettoausstoß in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf null zu senken, was das Ende des Zeitalters fossiler Energiequellen ankündigt. Dies wird als historischer Erfolg gewertet. Das Abkommen ist rechtsverbindlich und tritt 2020 in Kraft. Es ist das erste Klimaabkommen, welches alle Staaten in die Verantwortung nimmt. Hierzu wurde die vorherige Zweiteilung in Industrie- und Entwicklungsländer weitgehend aufgehoben. Abzuwarten bleibt die Konkretisierung und Umsetzung der ambitionierten Ziele durch die nationalen Klimapläne der Einzelstaaten. Als Risikofaktor wird hierbei bezeichnet, dass es keine festen Vorgaben für einzelne Länder gibt, und dass es außer dem kollektiven Druck und der globalen Öffentlichkeit keine Strafmechanismen für eine Nichterreichung der Ziele gibt.

    SDGs

    Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) werden im September 2015 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York endgültig und einstimmig von den 193 Mitgliedsstaaten der UNO verabschiedet. Die ambitionierte Agenda für nachhaltige Entwicklung beabsichtigt unter anderem die Beendigung von Armut und Hunger bis 2030 (Agenda 2030). Sie liefert aber auch erstmals weltweite Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sowohl für den globalen Süden als auch den globalen Norden gültig sind und im Sinne einer neuen globalen Partnerschaft erreicht werden müssen. Neben Frieden, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit umfassen sie auch ökologische Ziele. Dies beinhaltet eine implizite Forderung nach weltweiter Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum. Die SDGs stellen somit durchaus eine starke Neuerung gegenüber den MDGs dar und greifen aktuelle Armuts- und Nachhaltigkeitsdebatten auf.

    Flucht und Migration

    Ausgelöst durch Kriege und Krisen im Mittleren Osten (insbesondere Syrien), dem Erstarken des Islamischen Staates (IS) sowie durch fortschreitende Migration aus den Balkanstaaten und einigen Ländern Subsahara-Afrikas, wächst die Zahl der in Europa Zuflucht Suchenden. Hierdurch rückt das Thema Flucht und Migration, welches die Entwicklungszusammenarbeit schon seit langem beschäftigt, sehr stark in die öffentliche Diskussion. Dies wird uns auch in den kommenden Jahren weiterhin beschäftigen.
    2015 widmete sich eines der EPDT-Podien dem Thema: „Verantwortung ohne Grenzen? Ausrichtung und Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit im Kontext von Flucht und Vertreibung“.

  • 2015

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

    2015 bekommt das SLE wieder einigen Zuwachs:

    Margitta Minah und Daniela Richter: Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Bereich FORSCHUNG, arbeiten im Forschungsprojekt "Ländlichen Strukturwandel in Afrika sozial inklusiv und ökologisch nachhaltig gestalten" im Rahmen der „Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger“ (SEWOH) des BMZ.

    Wolfram Lange: arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Arbeitsfeldern STUDIUM und BERATUNG. Durch sein Profil stärkt er die Expertise des SLE in den Bereichen nachhaltige Entwicklung von Städten, Management natürlicher Ressourcen, Anpassung an den Klimawandel und Katastrophenrisikoreduzierung.

    Miriam Holländer: verstärkt als freie Mitarbeiterin das SLE TRAINING-Team und ist u.a. für die Koordination des Rahmenprogramms der Kurse sowie für die Betreuung der Teilnehmenden zuständig.

    Sarah Mayr: Studentische Hilfskraft im HORTINLEA Forschungsvorhaben und schreibt ihre Masterarbeit im Rahmen des Projektes.

    Georg Holfelder: Studentische Hilfskraft für Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung des SEWOH-Projekts.

    Das SLE feiert mit Sabine Dörr ihr 40-jähriges Dienstjubiläum an der HU Berlin. Davon ist sie seit fast 20 Jahren am SLE. Neue Gesamtstrategie

    Aufbauend auf einer neuen Gesamtstrategie und im Einklang mit seiner inhaltlichen Weiterentwicklung nimmt das SLE 2015 eine interne Umstrukturierung vor. Es setzt sich nun aus den folgenden vier Arbeitsfeldern SLE STUDIUM, SLE TRAINING, SLE FORSCHUNG und SLE BERATUNG zusammen, für die jeweils zwei wissenschaftliche Mitarbeitende als Ansprechpersonen fungieren. Hinsichtlich der Themen, Ansätze, Methoden und des Personals sind die Arbeitsfelder jedoch horizontal durchlässig. Inhaltlich verknüpft das SLE nun vermehrt ländliche Entwicklungs- mit Urbanisierungsthemen, mit dem Strukturwandel im ländlichen Raum und Themen zum Klimawandel. Seine traditionell „grüne“ Expertise wird verstärkt systematisch für eigene Forschung genutzt. Die Ergebnisse hieraus fließen wiederum in die anderen Arbeitsfelder ein. Durch das optimale Zusammenspiel der vier Arbeitsfelder kann das SLE erhebliche Synergieeffekte realisieren. So verbinden sich Wissenschaft und Praxis, Studium und Beruf sowie Problemanalyse und Problemlösung unter dem Dach des SLE. Dies multipliziert den Mehrwert für jedes einzelne Arbeitsfeld. Besonders die Arbeitsbereiche TRAINING, FORSCHUNG und BERATUNG unterliegen einem stetigen Wachstum.( Organigramm)

  • 2014

    HORTINLEA

    Im Verbundforschungsprojekt HORTINLEA übernimmt das SLE ab diesem Jahr zusätzlich zum Teilprojekt 13 zu Communication and Dissemination auch das Teilprojekt 8 zu Climate Change and Ecological Sustainability of Horticultural Value Chains. Dieses Teilprojekt forscht zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktion und Vermarktung von AIV (African Indigenous Vegetables). Im Rahmen der Debatte um den verborgenen Hunger (hidden hunger) wird Indigenen Blattgemüsearten derzeit ein höherer Stellenwert beigemessen. In diesem Teilprojekt wird zu Anpassung an den Klimawandel und Vermeidung von Treibhausgasemissionen im Gemüsebau gearbeitet und hierzu kleinbäuerliche Anbauweisen und Vermarktungswege unter die Lupe genommen.

  • 2014

    Hochschulkooperationen

    Trilaterale Hochschulkooperation mit Mosambik und Brasilien

    Im März 2014 findet ein großes Seminar in Maputo statt, auf dem Evaluierungsergebnisse zur bisherigen Wirkung des Masterstudiengangs vorgestellt werden. Auf dieser Grundlage wird eine Curricular-Reform beschlossen. Ebenfalls im März führt das SLE in Rio einen Workshop zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt eine eigene Kommunikationsstrategie für das Masterprogramm. Im September 2014 werden erste „trilaterale Arbeitserfahrungen“ gesammelt. Karin Fiege und der mosambikanische Koordinator Samuel Quive unterrichten für zwei Wochen AEU an der Universität in Rio, mosambikanische Kollegen bieten die vom SLE eingeführten Kommunikationskurse an. Kollegen und Studierende in Brasilien sind überzeugt von den Modulen, die ihren festen Platz im Lehrprogramm bekommen.

    Foto: Karin Fiege und Anja Schelchen vom SLE in Rio de Janeiro.


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    Hochschulkooperation mit Kolumbien

    Ab 2014 fördert der DAAD die Kooperation zwischen dem SLE und der UAM in Kolumbien. Diese umfasst die Ausbildung eines 12-köpfigen interdisziplinären Kernteams von Dozierenden in Konzept und Methoden von „Aktions- und Entscheidungsorientierten Untersuchungen“ (AEU) als Grundlage angewandter Auftragsforschung sowie Maßnahmen zur Organisationsentwicklung des Hochschulmanagements und Netzwerkbildung. Im März und Oktober 2014 finden Trainings und Beratungen in Kolumbien statt, im Mai kommt das Management-Team der UAM zu Besuch ans SLE in Berlin.

  • 2014

    Auslandsprojekte

    Dieses Jahr finden fünf Auslandsprojekte statt. Die regionale Spanne reicht von Lateinamerika über Zentral- und Südostasien bis nach Subsahara-Afrika. Die fünf Projekte verbindet, dass sie alle einen starken Anknüpfungspunkt mit ländlicher und landwirtschaftlicher Entwicklung haben: Konservierende Landwirtschaft und Agroforstsysteme in Paraguay, Landwirtschaftliche Beratungssysteme in Tadschikistan, Kinderarbeit in der Landwirtschaft in Kambodscha, grenzübergreifendes Ressourcenmanagement im Südlichen Afrika (SADC-Region) und Innovationssysteme für indigene Gemüsesorten in Kenia. Das Projekt in Kenia ist eingebettet in das Wissenstransfer-Subprojekt (SP 13) des Forschungsprojekts HORTINLEA zu Ernährungssicherung in Ostafrika durch indigene Blattgemüsearten (African leafy indigenous vegetables).

    Impressionen aus dem AP SADC:


    © Benjamin Straube


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    AEU

    Die Methodik „Aktions- und Entscheidungsorientierte Untersuchungen“ (AEU) ist ein Kernkonzept des SLE und ist seit vielen Jahren die Grundlage der Vorbereitung der interdisziplinären Teams auf ihre Auslandsprojekte, inklusive der Ausarbeitung ihrer Untersuchungskonzepte. 2014 werden mit finanzieller Unterstützung der Freunde und Förderer des SLE e.V. Teamleiter/innen und Mitarbeitende zu einem Retreat eingeladen, um das Konzept zu überprüfen und anzupassen. Es werden durchgängige Beispiele eingefügt, die alle methodischen Schritte illustrieren und die Vorbereitungsphase wird um einen zweitägigen Intensivworkshop zu methodischen Ansätzen, Instrumenten und Auswertungsmethoden erweitert. Das AEU-Konzept wird auch an der Universidade Federal Rural de Rio de Janeiro sowie an der Universidade Eduardo Mondlane in Mosambik und der Universidad Autónoma de Manizales in Kolumbien genutzt.

    52. Lehrgang 2014

    SLE Blog

    Teilnehmende des 52. Jahrgangs rufen den SLE Blog ins Leben. Mit dem SLE verbundene Personen können Erfahrungen, Gedanken und Debatten zum EZ-Geschehen beitragen und diskutieren.


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  • 2014

    Umzug ins Luisen-Carree

    Ende 2014 zieht der Arbeitsbereich SLE TRAINING in die neuen Räumlichkeiten im Luisen-Carree am Robert-Koch-Platz ein. Der großzügige Büro- und Seminartrakt bietet viele Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung.

    Räumliche Erweiterung

    Seit September 2014 nutzt das SLE neben der Fischervilla weitere Räumlichkeiten im Luisen-Carree (Robert-Koch-Platz 4). Die Firma Steelcase richtet die Seminarräume zu Showroom-Zwecken als modernes „Learnlab“ ein. Das ermöglicht eine Anwendung multipler didaktischer Methoden sowie flexible Wechsel zwischen Plenums- und Gruppenarbeiten. Die neuen Räumlichkeiten werden insbesondere von SLE TRAINING und SLE FORSCHUNG genutzt, die vollständig umgezogen sind. Es finden jedoch auch Kurse des Postgarduiertenstudiums hier statt. Eine parallele Durchführung von Kursen in den Bereichen STUDIUM und TRAINING ist nun möglich, was eine Erweiterung des Kursangebotes ermöglicht.


    © Benjamin Straube

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  • 2014

    Fakultätsreform innerhalb der HU Berlin

    Seit April 2014 gehört das SLE als Teil des Albrecht Daniel Thaer-Instituts für Agrar- und Gartenbauwissenschaften (ehemals Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät) und den ehemaligen Instituten für Biologie und Psychologie zur neuen Fakultät der Lebenswissenschaften. Die offizielle Eröffnung der Fakultät findet am 29.01.2015 statt.

    Aktivitäten des Fördervereins

    Die Freunde und Förderer des SLE (e.V.) (link) richten ein neues Veranstaltungsformat ein. Die „Entwicklungspolitischen Werkstattgespräche“ sind Vortrags- und Diskussionsrunden für ein entwicklungspolitisch interessiertes Publikum. 2014 finden die ersten beiden Veranstaltungen zu Mikrokrediten und zum Konzept „buen vivir“ statt. Außerdem initiiert der Förderverein ein Mentoringprogramm, in dem SLE-Alumni die SLE-Absolventinnen und Absolventen im ersten Jahr nach dem Postgraduiertenstudium beim Berufseinstieg beraten. Ebenfalls mit Unterstützung der Freunde und Förderer entsteht ein Film zum Thema nachhaltiges Wachstum in Afrika während der EPDTs 2014.

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

    Das SLE-Team vergrößert sich weiter. In 2014 kommen neu hinzu:

    Anja Schelchen: Curricula-Beratung, Aufbau und Wissensmanagement der trilateralen Hochschulkooperation mit Mosambik und Brasilien

    Dr. Silke Stöber: HORTINLEA-Teilprojekt 8 zu Klimaschutz und -anpassung im Kontext des Anbaus indigener Gemüsekulturen.


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  • 2014

    Entwicklungsminister Gerd Müller

    Dr. Gerd Müller (CSU) ist seit Dezember 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er steht für ein ethik-geleitetes und menschenrechtsbasiertes Entwicklungsverständnis. Schwerpunktthemen der Arbeit des BMZ unter Herrn Müller sind neben wirtschaftlicher Entwicklung und dem Kampf gegen Hunger, auch die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Sozialstandards (insbesondere in der Textilindustrie), die Förderung von Natur- und Klimaschutz sowie die Bekämpfung von Fluchtursachen. Es wird eine stärkere Öffnung des Ministeriums gegenüber der Zivilgesellschaft wahrgenommen.

    Zukunftscharta

    Das Jahr 2014 steht entwicklungspolitisch im Zeichen der Post-2015-Agenda und der Vorbereitungen auf die Sustainable Development Goals (SDGs). Im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird unter Mitwirkung zahlreicher Akteure, darunter auch dem SLE, eine Zukunftscharta entworfen. Die acht formulierten Schwerpunkte enthalten neben Armutsminderungs- und ökologischen Zielen, die den SDGs zugeordnet werden können, weitere Ziele wie Good Governance, Bewahrung und Schutz der Menschenrechte, der Menschenwürde und der religiösen Vielfalt. Der Fokus der Zukunftscharta liegt auf nachhaltiger Entwicklung weltweit. Dies beinhaltet stärker als zuvor auch die Verantwortung der Industrieländer sowie notwendige Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene.

    Internationales Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft

    Die Vereinten Nationen widmen das Jahr 2014 der familiären Landwirtschaft, um auf die Bedeutung der kleinbäuerlichen Produktion zur Ernährungssicherung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen hinzuweisen. Die 500 Mio. Familienbetriebe produzieren weltweit 80% der Nahrungsmittel und bewirtschaften 70-80% der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Lösung zur Bekämpfung des anhaltenden weltweiten Hungers wird insbesondere in der nachhaltigen Entwicklung von bäuerlichen Familienbetrieben gesehen. Neben der reinen Kalorienproduktion geht es heute stärker auch um eine lokale Produktion, eine gesunde, klimafreundliche und nährstoffreiche Ernährung, geringere Nahrungsmittelverluste entlang der Wertschöpfungskette und eine gerechtere Verteilung der Ressourcen zu Gunsten der kleinbäuerlichen Familien. In der Debatte um Ernährungssicherung und den „verborgenen Hunger“ („hidden hunger“) geht es auch um die Versorgung der Menschen mit ausreichend Mikronährstoffen.

    Diese Themen untersucht das SLE besonders im Rahmen des Forschungsprojektes HORTINLEA.

  • 2013

    HORTINLEA

    Das SLE beteiligt sich an der Antragstellung für das interdisziplinäre Verbundprojekt HORTINLEA (Horticultural Innovations and Learning for Improved Nutrition and Livelihood in East Africa). Dieses wird im Rahmen der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur globalen Ernährungssicherung (GlobE) gefördert und startet 2013. Unter dem Oberthema Ernährungssicherung in Ostafrika geht es vor allem darum, Strategien zu entwickeln, mit denen Produktion, Qualität, Vermarktung und Konsum indigener Blattgemüse erhöht und die Effizienz landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten verbessert werden können. Ziel ist es die Ernährungsqualität der Bevölkerung zu steigern. Das SLE erarbeitet in seinem Unterprojekt (SP13) Strategien zur internen und externen Kommunikation und trägt damit zur Verbreitung der zu erwartenden Forschungsergebnisse in Politik und Praxis bei. Kenianische Partner des SLE im HORTINLEA Projekt sind die Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology und das Kenyan Agricultural Research Institute.

    Homepage von HORTINLEA


    © HORTINLEA

    Trans-SEC

    2013 startet das ebenfalls im Rahmen von GlobE geförderte Forschungsprojekt Trans-SEC - Innovating pro-poor Strategies to safeguard Food Security using Technology and Knowledge Transfer. Trans-SEC hat zum Ziel, innovative Strategien entlang der Wertschöpfungsketten von Nahrungsmitteln im Bereich des kleinbäuerlichen Regenfeldbaus in Tansania zu identifizieren, zu übertragen und an die Standortbedingungen anzupassen. Das internationale und interdisziplinäre Konsortium besteht aus 14 Partnern und insgesamt mehr als 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie zahlreichen weiteren Akteuren. Das SLE untersucht in dieser Kooperation Kontext- und Ausgangsbedingungen für Innovationen, ihre Angemessenheit sowie ihre ex-ante Wirkungen während des Forschungsprozesses.

  • 2013

    Sonder-AP

    Ein neues Forschungs- und Beratungsformat wird eingerichtet, das Sonder-Auslandsprojekt. Dieses Sonderformat wird von ehemaligen Teilnehmenden des SLE und einer erfahrenen Teamleitung durchgeführt und ist zeitlich, inhaltlich und konzeptionell flexibel einsetzbar. Passend zum Jahresthema „fragile Staatlichkeit“ führt das SLE im Auftrag der KfW das erste Sonder-AP zum Risiko der Überschuldung armer Bevölkerungsgruppen durch Mikrokredite in der Demokratischen Republik Kongo durch.

    Kooperationen

    Dreieckskooperation Mosambik-Brasilien-Deutschland

    Anfang 2013 beginnt eine vom DAAD ko-finanzierte trilaterale Hochschulkooperation mit der langjährigen Partneruniversität Universidade Eduardo Mondlane in Maputo (Mosambik) (UEM) und dem neuen Kooperationspartner Universidade Federal Rural in Rio de Janeiro (Brasilien) (UFRRJ). Zwischen den drei Einrichtungen soll ein Austausch von Wissenschaftler/innen wie auch Studierenden stattfinden, eine wechselseitige Unterstützung in der Curricularreform sowie in der Entwicklung gemeinsamer Forschungsvorhaben und Trainingsangebote. Das SLE leistet hier Curriculum-Beratung und gibt seine Erfahrung an Hochschulen und andere Institutionen weiter, die einen ähnlichen praxisnahen Studiengang aufbauen möchten. Dies bildet einen Beitrag zur Stärkung der Kapazitäten und Kompetenzen nationaler Fach- und Führungskräfte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Erfahrungen der neuen Süd-Süd-Kooperation zeigen, dass das SLE „Produkte“ entwickelt, die durch Multiplikatoren weitergetragen werden können und auf eine breite Nachfrage treffen.

    Kooperation mit Kolumbien

    Seit Sommer 2013 besteht ein Kooperationsabkommen mit der Universidad Autónoma de Manizales (UAM) in Kolumbien. Das SLE berät die UAM bei der Einführung von anwendungsorientierter Auftragsforschung. In diesem Kontext nehmen erstmals drei kolumbianische Dozent/innen als vollwertige Teammitglieder an einem SLE Auslandsprojekt teil. Der Bedarf an interdisziplinärer, angewandter Forschung mit regionalem Fokus wird von kolumbianischer Seite als sehr hoch eingeschätzt, sowohl von politischen Entscheidungsträgern, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft, als auch von den Universitäten selbst. Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass mit Abschluss der Friedensverhandlungen (der für 2015 angestrebt wird), auch vermehrt finanzielle Mittel zur Erarbeitung von kontextgerechten Lösungen regionaler Entwicklungsstrategien zur Verfügung gestellt werden, und dass die Universitäten dabei eine wichtige Rolle spielen werden.

  • 2013

    Berufsfeld Entwicklungszusammenarbeit

    Das SLE beobachtet Entwicklungen des Berufsfeldes Entwicklungszusammenarbeit sehr genau, da diese Trends besonders für die Ausrichtung des Postgraduiertenstudiums und seine Absolventen von großer Bedeutung sind: Im Berufsfeld der EZ sind in den letzten Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Personalentsendungen sowie vermehrt Einsätze in fragilen Staaten und besonders armen Ländern zu verzeichnen. Inhaltlich beobachten wir wieder eine verstärkte Beschäftigung mit SLE-Themen wie ländlicher und landwirtschaftlicher Entwicklung, Naturressourcenmanagement oder Anpassung an den Klimawandel. Das SLE geht davon aus, dass die Fusion der drei deutschen staatlichen Organisationen GTZ, DED und InWent (2011) sowie der Zusammenschluss von Evangelischem Entwicklungsdienst (EED), Diakonischem Werk und Brot für die Welt zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) (2012) Auswirkungen auf das Berufsfeld der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland und für deutsche Fachkräfte im Ausland haben könnte. Um abzuschätzen, wie sich das Berufsfeld vor diesem Hintergrund ändern wird und welche Anpassungen das SLE mit seinen Ausbildungsangeboten für EZ-Fachpersonal vornehmen muss, beschäftigt sich das SLE 2012 intensiv mit dieser Thematik. Nachdem 2011 eine SLE-Ehemaligen Befragung stattfand, behandeln die EPDTs 2012 aktuelle Trends im Personaleinsatz sowie die Frage, ob sich die deutsche EZ überflüssig macht. Darüber hinaus geht das SLE im Rahmen einer Workshop-Reihe den Fragen rund um die Zukunft des Berufsfelds EZ nach. Die Ergebnisse werden 2013, mit finanzieller Unterstützung der Welthungerhilfe, im zweiten Band der Entwicklungspolitischen Themenreihe veröffentlicht: „Internationale Entwicklungszusammenarbeit als Berufsfeld: Trends und Herausforderungen für die Personalentsendung“.


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    Auslandsprojekte

    Passend zum entwicklungspolitischen Fokus des SLE-Jahres 2013 werden zwei Auslandsprojekte zur Entwicklungszusammenarbeit im Kontext fragiler Staatlichkeit durchgeführt: In Haiti zum Thema „Die Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit und deren Beitrag zur Resilienzstärkung“ und in Kolumbien zu „Zwischen Wiedergutmachung und Transformation: Produktive Strategien im Rahmen der vollständigen Wiedergutmachung für die Opfer des bewaffneten Konfliktes im Osten von Caldas, Kolumbien“.

    Zum ersten Mal stellt sich das SLE der Herausforderung vier Auslandsprojekte mit vier verschiedenen Arbeitssprachen durchzuführen: neben Französisch in Haiti und Spanisch in Kolumbien, kommen in Brasilien ein portugiesisch-sprachiges AP zum Thema Anpassungen an den Klimawandel und in der Mekong-Region eine GIZ-Ex-post Evaluierung zum Wassermanagement in englischer Sprache hinzu.

    51. Lehrgang 2013


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  • 2013

    Ausweitung des Angebots

    Aufgrund der großen Nachfrage wird das Arbeitsfeld SLE TRAINING systematisch ausgeweitet und bietet dieses Jahr die Module zu Disaster Risk Reduction (DRR) auch auf Französisch und Portugiesisch an. Dies ist eine bedeutende Veränderung über das rein englischsprachige Angebot hinaus. Zudem wird ein neues Training zum nachhaltigen Naturressourcenmanagement im Rahmen des Klimawandels entwickelt: „Increasing Resilience to Climate Change through Sustainable Resource Management“, womit das SLE dem großen Weiterbildungsbedarf in diesem Bereich begegnet.

  • 2013

    Briefing Papers

    Mit dem Ziel, zur wissenschaftlichen Diskussion aktueller entwicklungspolitischer Fachthemen beizutragen und diese informativ aufzubereiten, hat das SLE 2013 die neue Publikationsreihe Briefing Paper gestartet. Die ersten Briefing Papers entstanden zu den Themen der Entwicklungspolitischen Diskussionstage.

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

    Das SLE-Team vergrößert sich personell und wird verstärkt durch:

    Annika Buchholz: unterstützt das SLE TRAINING-Team. Ab 2015 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Kurskoordination verantwortlich. (1.Foto)

    Emil Gevorgyan: Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Koordination des Forschungsvorhabens HORTINLEA + TRANS-SEC (SLE FORSCHUNG)

    Das SLE hat nun endlich die Möglichkeiten, wissenschaftliche Hilfskräfte zu finanzieren. Die erste in dieser Reihe von Unterstützern ist

    Johanna Hartung: Studentische Hilfskraft für Öffentlichkeitsarbeit und Strategische Kommunikation. (Emil und Johanna sind zusammen mit dem SLE-Bär abgebildet)

    Anja-Katrin Fleig, Mitarbeiterin des SLE seit 2009, übernimmt die Koordination von SLE TRAINING von Anja Kühn, deren Aufgabenbereich sich auf SLE STUDIUM verlagert.


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  • 2013

    Zusammenarbeit mit fragilen Staaten

    Parallel zum international viel debattierten Aufschwung einiger afrikanischer Staaten („Rising Africa“) wächst die Anzahl fragiler Staaten ebenfalls stark an. Obwohl diese Tatsache in der Öffentlichkeit wenig Beachtung findet, erlangen fragile Staaten in der Internationalen Zusammenarbeit immer größere Bedeutung.

    Das SLE hat „Entwicklungszusammenarbeit unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit“ zu seinem Jahresthema 2013 gemacht. Auslandsprojekte in Liberia, in der Demokratischen Republik Kongo und im Süd Sudan (2012) sowie in Kolumbien und Haiti (2013) dienen als empirische Datengrundlage. Das Auslandsprojekt zur Förderung von Zivilgesellschaft und Resilienz in Haiti wird im Rahmen eines Begleitforschungsprojektes mit der Deutschen Welthungerhilfe zu Entwicklungszusammenarbeit unter Bedingung fragiler Staatlichkeit durchgeführt.

    SLE-Teilnehmende mehrerer Auslandsprojekte in fragilen Staaten führen in einem zweitägigen Workshop eine Querschnittsauswertung zu Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungszusammenarbeit unter Bedingungen fragiler Staatlichkeit durch und entwickeln Ansätze zur praktischen Handhabung des Themas am SLE.

    Auch eines der EPDT-Podien und Briefing Paper widmet sich dem Thema unter dem Titel „How can we do better? Perspektiven nachhaltiger Zusammenarbeit in fragilen Staaten“.

  • 2012

    Auslandsprojekte

    Die GIZ beauftragt im Anschluss an die Studie zur Partizipativen Distriktplanung im Wasserbereich in der Republik Moldau 2011 direkt eine Forschung zur Distriktplanung im Bereich Abfallmanagement. Die drei anderen Auslandsprojekte 2012 finden in Liberia, Kongo und Süd Sudan statt und haben somit den klaren gemeinsamen Fokus auf fragile Staaten Subsahara-Afrikas. Dies bietet die Grundlage für die weitere Entwicklung von Expertise im Bereich der „Zusammenarbeit mit fragilen Staaten“, welches zum Schwerpunktthema des SLE-Jahres 2013 wird.

    Die Ergebnisse der Auslandsprojekte werden zunehmend über die Studien hinaus in anderen Formaten veröffentlicht, so z.B. als Artikel in Fachzeitschriften, wie dieses Jahr vom AP in der Republik Kongo:

    In Rural21: "Microfinance lending for farming in Congo – a worthwhile risk?"

    In Digital Development Debates: "A Deeper Look: Women's Economic Empowerment Through Microfinance"

    Oder als Poster auf internationalen Konferenzen, wie vom AP Haiti, siehe Foto.


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    Reader

    Unter dem Titel „Entwicklungszusammenarbeit gestalten – Inhalte und Methoden für ein erfolgreiches Wirken in einem komplexen Berufsfeld“ gibt das SLE in seinem Jubiläumsjahr 2012 einen umfangreichen Reader heraus, mit dem die Erfahrungen und Kompetenzen des SLE im Bereich der Ausbildung von Fachpersonal für die Entwicklungszusammenarbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In 18 Einzelbeiträgen werden Inhalte, Didaktik und Arbeitsfelder des SLE dargelegt.

    Dies ist der erste Band der „Entwicklungspolitischen Themenreihe“. Dieses neue Publikationsformat dient der Veröffentlichung übergreifender entwicklungspolitischer Analysen des SLE.

    50. Lehrgang 2012


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    Sicherheitstraining

    Um dem Thema „EZ im Kontext fragiler Staatlichkeit“ für die Auslandsprojekte und die Berufspraxis gerechter zu werden, wurde am SLE ein Sicherheitstraining in den Lehrplan des Postgraduiertenstudiums integriert, das praktische Übungen und Reflektionen beinhaltet. Dieser Kurs wird in den folgenden Jahren fester Bestandteil der AP-Vorbereitung. Insbesondere eine Zunahme an Auslandsprojekten und Personalentsendungen in fragile Staaten macht dies notwendig, um die Teilnehmenden besser auf mögliche Herausforderungen vorzubereiten.

  • 2012

    50 Jahre deutsche Entwicklungspolitik

    Zwischen 2010 und 2012 wird die Deutsche Entwicklungspolitik und allen voran das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 50 Jahre alt, gefolgt von zahlreichen großen und kleinen staatlichen und nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen.

    Als Ausbildungsinstitution für dieses Berufsfeld feiert auch das SLE 2012 sein 50-jähriges Jubiläum (siehe Institutionsgeschichte).

    UN-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung (Rio+20)

    20 Jahre nach der ersten UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung findet im Juni 2012 die Rio+20-Konferenz in Rio de Janeiro statt. Thematischer Schwerpunkt sind der Kampf gegen Armut, der institutionelle Rahmen nachhaltiger Entwicklung und die Green Economy. Die gemeinsame Bekämpfung von Hunger, Armut, Bodenerosion und Klimawandel sowie die Verfolgung der MDGs werden bekräftigt. Zivilgesellschaft und Umweltorganisationen kritisieren einen Mangel an verbindlichen Zielen und konkreten Konzepten für deren Umsetzung.

    Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung

    Trotz weltweiter Wachstumsfortschritte sind die ländlichen Gebiete arm geblieben. Die Kleinproduzenten (etwa 500.000.000 Betriebs-Haushalte weltweit) leiden paradoxerweise am meisten unter chronischen Hungerepisoden. Eine jahrzehntelange Vernachlässigung Ländlicher Entwicklung hat zur überproportionalen Armut im ländlichen Raum beigetragen und die Schere zwischen Arm und Reich weiter geöffnet. Das hat dazu beigetragen, dass die Themenfelder „ländliche Entwicklung“ und „Ernährungssicherung“ in der internationalen EZ-Landschaft wieder verstärkt diskutiert werden. Ein weiterer Grund sind die im Vergleich zu den Jahrzehnten vor 2008 gestiegenen Agrarpreise, die Investitionen in die Landwirtschaft wieder lohnender erscheinen lassen. Im Jahr 2013 rücken diese Themen mit der großen Koalition auch in den Fokus des deutschen Entwicklungsressorts.

    Das Seminar für Ländliche Entwicklung nutzt seine ausgeprägte Expertise in diesen Themenfeldern, um sich ab 2012 wieder intensiver mit seinen Kernthemen zu befassen:

    -- Auf dem EPDT-Podium wird das Thema Ernährungssicherung im Kontext einer ökologisch, sozial und ökonomisch verträglichen Ressourcennutzung von Fachleuten diskutiert.
    -- Ein Briefing Paper zu den „Top 10 Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung in afrikanischen Ländern“ (03-2013/2014) entsteht und es werden Metaanalysen zu armutswirksamen Strategien und Institutionen ländlicher Entwicklung durchgeführt und im dritten Band der Entwicklungspolitischen Themenreihe (link) veröffentlicht.
    -- Außerdem werden mehrere Kooperationsprojekte zu Ernährungssicherung und ländlicher Entwicklung initiiert, die in den folgenden Jahren anlaufen (siehe z.B. HORTINLEA unter FORSCHUNG).

  • 2012

    Neue Seminarleitung

    Neue Leitung des SLE im 50. Jahr

    Die Agrarökonomin und langjährige Mitarbeiterin des DIE, Dr. Susanne Neubert, wird von einem Auswahlausschuss als neue Leiterin des SLE bestellt. Sie will die Fachlichkeit des SLE und seine Kernkompetenzen in den Bereichen ländliche Entwicklung und Methoden wieder stärker betonen und für mehr Sichtbarkeit des SLE sorgen. Das Team entwickelt eine neue Vision für das SLE und im Zuge des 50. Jubiläums bekommen die Strategiediskussionen somit neuen Schwung.



    Geschäftsbereiche

    Die Aktivitäten des SLE erweitern sich inhaltlich zunehmend, ab 2012 strukturiert es sich daher in die drei Geschäftsbereiche SLE STUDIUM, SLE TRAINING und SLE BERATUNG.

    SLE TRAINING (bis 2011 „SLE plus“) umfasst thematisch und methodisch ausgerichtete zweiwöchige Trainings für internationale Fachkräfte der EZ.

    Der Geschäftsbereich SLE BERATUNG bietet im Rahmen der Hochschulkooperation prozessorientierte Curricular- und Managementberatung für universitäre Einrichtungen in Partnerländern an und führt externe Moderation und Trainings durch. Außerdem werden angewandte Forschungsstudien, zum Teil in Kooperation mit anderen akademischen oder nicht-akademischen Einrichtungen durchgeführt.

    Die Bereiche TRAINING und BERATUNG werden in den kommenden Jahren stark ausgebaut, ab 2013 kommt das Arbeitsfeld FORSCHUNG hinzu. Die enge Verbindung der Bereiche ermöglicht Synergieeffekte inhaltlicher Art und bei der Beschäftigung von Trainerinnen und Trainern.

    Das SLE wird 50 !

    Anlässlich des 50-jährigen Bestehens fand ein feierlicher Festakt am 1. Juni 2012 mit allen Ehemaligen, PartnerInnen und FördererInnen des SLE im Audimax der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Am Abend wurde dann groß in Berlin-Friedrichshain bis spät in die Nacht gefeiert.


    © SLE


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  • 2011

    Evaluierung des Studiengangs in Mosambik

    Dieses Jahr beginnt bereits der vierte Jahrgang des Masterprogramms "Ländliche Soziologie und Entwicklungsmanagement" an der Universität Eduardo Mondlane in Maputo mit 100 eingeschriebenen Studierenden.

    Im vierten Jahr des Masterstudiengangs wird eine erste Evaluierung durchgeführt, an der neben Studierenden und Dozierenden auch die Universitätsleitung und das mosambikanische Bildungsministerium beteiligt sind. Die Ergebnisse fallen überwiegend sehr positiv aus und zeigen, dass der Studiengang institutionell fest verankert ist. Die Studierenden schätzen das modulare System und die praxisorientierte Ausbildung und können neu Erlerntes unmittelbar in ihren Berufsalltag einbringen.

  • 2011

    Auslandsprojekte

    Mit den diesjährigen Auslandsprojekten zu Agroforstsystemen in den Philippinen, ländlicher Elektrifizierung in Uganda und ländlichen Mikrofinanzsystemen im Kamerun wird die breite Spanne der unterschiedlichsten Aspekte ländlicher Entwicklung und somit des Kernkompetenzbereichs des SLE deutlich. Hinzu kommt ein von der GIZ beauftragtes Projekt zur Modernisierung kommunaler Dienstleistungen im Bereich der Wasserversorgung in der Republik Moldau. Hierbei geht es um einen „knowledge transfer“ zwischen Brandenburg und Moldawien. Erstmalig führt das SLE hierzu auch in Brandenburg Feldforschung durch und stellt direkte Verbindungen zwischen den beiden Regionen her: „Bridging the Gap - Participatory District Development Planning in the Water Supply and Sanitation Sector of the Republic of Moldova“.


    © AP Moldau


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    49. Lehrgang 2011


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  • 2011

    Abschiede

    Tod von Prof. Dr. von Blanckenburg

    Am 2. März 2011, verstirbt für alle unerwartet Prof. Dr. Peter von Blanckenburg. Bei guter Gesundheit hatte er im Dezember 2010 noch an der Weihnachtsfeier des SLE teilgenommen. Der spiritus rector des SLE, das in den 60er Jahren als „Blanckenburg Seminar“ bekannt wurde, war ein leidenschaftlicher Vordenker und wichtiger Impulsgeber der ländlichen Entwicklungspolitik in Deutschland. In all den Jahren, auch nach seiner Emeritierung, war er dem SLE und dem SLE‐Förderverein eng verbunden.

    Verabschiedung von Carola Jacobi-Sambou:

    Nach 7-jähriger Tätigkeit als Seminarleiterin verabschiedet sich Carola Jacobi-Sambou und geht zurück zur GIZ: „Zum Ende meiner siebenjährigen Tätigkeit am SLE bin ich davon überzeugt, dass das SLE eines der führenden Ausbildungsinstitute im entwicklungspolitischen Bereich ist. Das SLE bildet sehr nah an den Bedürfnissen des Marktes aus, passt sich kontinuierlich an diesen an. Seine AbsolventInnen sind menschlich und fachlich eine Bereicherung für jede Organisation. Ich denke, dass das SLE immer noch sehr gut aufgestellt ist und wünsche uns, dass dies noch lange so bleiben möge…" (Rundbrief 2011)


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    Kommunikationsstrategie

    Im Zuge der Vorbereitungen auf sein 50-jähriges Jubiläum erarbeitet das SLE eine Kommunikationsstrategie zur Verbesserung seiner Öffentlichkeitsarbeit und beginnt mit dessen Umsetzung: es entsteht ein neues Corporate Design für die Printmedien, eine neu gestaltete Homepage und nun auch eine Facebook-Präsenz. Außerdem wird mit Unterstützung des Fördervereins ein Imagefilm (link) zum Bereich STUDIUM gedreht, der die Ziele und Methoden des Postgraduiertenstudiengangs darstellt und einen Eindruck vom Studienalltag am SLE vermittelt.

  • 2011

    Veränderungen der EZ-Landschaft

    Die internationale entwicklungspolitische Zusammenarbeit verändert sich in diesen Jahren: Von Paris 2005 über Accra 2008 bis Busan 2011 wurde die Wirksamkeitsagenda (Aid Effectiveness) weiterentwickelt. Zur neuen Ausrichtung gehören die Forderungen nach eindeutiger Ownership der Partnerregierungen, Harmonisierung im Geberspektrum und verstärkter Wirkungsorientierung. In Busan wird die Rolle und Integration der neuen Geberländer wie China, Indien und Brasilien (BRICS-Staaten) diskutiert. Der Begriff der Aid Effectiveness wird durch den Begriff der Development Effectiveness abgelöst. Damit soll betont werden, dass Entwicklungsprozesse eine Folge aller Politiken in Gelber- und Empfängerländern sind, nicht nur des Entwicklungsressorts. Zugleich differenzieren sich die Partnerländer immer stärker aus, beispielsweise in Ankerländer, Schwellenländer, klassische und ärmste Entwicklungsländer oder fragile Staaten.

    Bei den EPDTs 2011 diskutiert das SLE u.a. alternative, nicht allein auf Wachstum basierende Konzepte von Entwicklung und Armutsmessung wie Buen Vivir, Glück und Wellbeing.

    GIZ

    Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die internationale Weiterbildung und Entwicklung GmbH (InWEnt) und die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (GTZ) fusionieren zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und bündeln so ihre Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit.

  • 2010

    Auslandsprojekte

    Die Auslandsprojekte 2010 werden zu Capacity Development im Naturressourcenmanagement in der Dominikanischen Republik (GTZ), kleinbäuerlicher Bewässerung in Namibia (GTZ/KfW), Mikrokrediten zum Empowerment von Frauen in Sierra Leone (KfW) und wassersparender Reisproduktion in Bangladesch (GIZ-BEAF und IRRI) durchgeführt. Drei der Studien haben einen thematischen Schwerpunkt auf Ressourcenmanagement und Bewässerung. Dies spiegelt die wachsende Bedeutung ökologischer Herausforderungen für Auftraggeber und Partner wider und ermöglicht dem SLE seine Expertise in diesem Bereich weiter zu vertiefen.

    48. Lehrgang 2010


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    Lehrmodule

    Das SLE Curriculum wird in Modulen organisiert. Dadurch werden die Abstimmung der einzelnen Kurse aufeinander optimiert und Lernziele konkretisiert.

    Die fünf Module sind:
    Modul 1: Theorie, Politik und Strategien nachhaltiger Entwicklung
    Modul 2: Kommunikation, Teamarbeit, Arbeitstechniken
    Modul 3: EZ-spezifische Managementmethoden
    Modul 4: Berufsfeld internationale Entwicklungszusammenarbeit
    Modul 5: Aktions- und Entscheidungsorientierte Untersuchungen/Auslandsprojekte

    Außerdem wird der Mehrebenenansatz als Querschnittsthema in allen Kursen verankert.

    ENÜH

    In Kooperation mit der Welthungerhilfe werden sowohl im SLE STUDIUM als auch im TRAINING der Kurs "Entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe (ENÜH)" angeboten.

  • 2010

    Tod von Jennifer Lawonn

    Zum ersten Mal in der Seminargeschichte erlebt das SLE den tragischen Verlust einer Teilnehmerin. Jennifer Lawonn erkrankt im Auslandsprojekt in Sierra Leone an Malaria und stirbt kurz darauf. Zum Gedenken an Jenny pflanzen Lehrgang und Mitarbeiterinnen einen Baum im Vorgarten des Seminars.

    Nachruf

    Jennifer Lawonn

    Jenny verstarb sehr plötzlich im Auslandsprojekt Sierra Leone im August 2010. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren voller Zuversicht und Neugierde Ende Juli in ihre Auslandsprojekte gestartet. Kaum vier Wochen später erreichte uns die schreckliche Nachricht von Jennys schwerer Erkrankung und unmittelbar danach von ihrem Tod. Die darauffolgenden Wochen waren gekennzeichnet vom Abschiednehmen, von der Trauer, vom Erinnern.

    Heute erinnern uns ein vom 48. Jahrgang gepflanztes Bäumchen in unserem Vorgarten und ein Foto täglich an Jenny, die wir sehr vermissen. Jenny, mit der wir gelacht, getanzt und gesungen haben. Danke für die gemeinsame Zeit.



    Organisationsentwicklung

    Im Rahmen des Kurses zu Organisationsentwicklung analysieren die Teilnehmer des SLE 2010 Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale des Seminars. Die Analyse ist der Ausgangspunkt für eine neue SLE- Kommunikationsstrategie.

  • 2010

    UN-Millenniumsgipfel

    Im September 2010 findet in New York ein Millenniumsgipfel der UN statt. Zehn Jahre nach ihrer Verabschiedung wird eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) gezogen. Die Ergebnisse sind gemischt: Einerseits wurden Fortschritte erzielt, z.B. in den Bereichen Reduzierung extremer Armut, Bekämpfung von HIV und Malaria, Verbesserung von Regierungsführung, Frieden und Sicherheit sowie Ausweitung der Grundschulbildung. Andererseits werden auch Grenzen und Herausforderungen bei der Zielerreichung festgestellt, so z.B. bei Hunger und Kindersterblichkeit, Müttergesundheit und Geschlechtergleichstellung sowie im Bereich Klima und Waldschutz. Das SLE stellt in diesem Jahr zwei der Podien der Entwicklungspolitischen Diskussionstage in den Kontext der MDG-Debatte, eines zu Bilanz und Zukunft der MDGs, eines zu Public Private Partnerships als Instrument zur Erreichung der Entwicklungsziele.

    Ländliche Entwicklung

    Im November publiziert das BMZ das Konzept: „Ländliche Entwicklung und ihr Beitrag zur Ernährungssicherung“ – das Thema der ländlichen Entwicklung gewinnt wieder an Bedeutung in der EZ, nach mehreren Preiskrisen für Grundnahrungsmittel zwischen 2008 und 2010.

    Klimakonferenz in Cancún, Mexiko

    Die Verpflichtungsperiode des Kyoto-Abkommens endet 2012, jedoch soll es auch nach 2012 mit neuen Zielen fortgesetzt werden. Der UN-Klimagipfel in Cancún erlässt Beschlüsse, die die Anpassung an die Klimaveränderungen voranbringen sollen.  Alle Staaten einigen sich auf das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Auch die Schwellen- und Entwicklungsländer sollen freiwillige Beiträge zur Emissionsminderung leisten und durch Waldschutzprogramme den Ausstoß von CO2 verringern. Dafür erhalten sie finanzielle Unterstützung aus den Industriestaaten.

  • 2009

    Trainerworkshop

    Erstmalig und ab diesem Jahr regelmäßig finden interne Trainerworkshops zur Evaluierung und Weiterentwicklung des SLE STUDIUMs statt. Diese haben sich zur kritischen Reflexion und Planung der Lehre bewährt und bilden gleichzeitig einen Rahmen für kreative Diskussionen zur strategischen Entwicklung des SLE.

    Auslandsprojekte

    Die Auslandsprojekte 2009 bilden die große regionale und thematische Variation der EZ und die ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen von nachhaltiger Entwicklung ab. Neben dem grenzüberschreitenden Projekt zu regionalem Handel und Ernährungssicherheit im Grenzgebiet von Tansania und Sambia (Auftraggeber: GTZ-BEAF), geht es um Bewässerungssysteme in Bolivien (KfW), Tourismus in Marokko (GTZ) und rurale Energieversorgung durch Solarsysteme in Bangladesch (GTZ).

    47. Lehrgang 2009


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  • 2009

    Verwaltungspersonal

    Die Weihnachtsfeiern bieten jedes Jahr Anlass zu Spaß und Spiel und einem Wiedersehen mit den freien und ehemaligen Mitarbeitern des SLE. Bei dieser Weihnachtsfeier trafen sich 5 unserer Sekretärinnen.



    Generation 55plus

    Im Auftrag des SLE-Fördervereins entsteht ein Gutachten zu den "Berufsperspektiven der über 55-jährigen akademischen Fach- und Führungskräften in der Entwicklungszusammenarbeit“ und wird der Fachöffentlichkeit am 24.11.2009 auf einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung im Dekanatssaal der Fakultät vorgestellt.

  • 2009

    Die FDP im BMZ

    Dirk Niebel tritt nach Walter Scheel als zweiter FDP-Politiker die Leitung des BMZs an. Er kündigt eine Reform der Vorfeldinstitutionen unter dem Motto "Eigenverantwortung & unternehmerische Initiative - Entwicklungspolitik als Kernbestandteil liberalen Profils" an. Zudem arbeitet er an einer engeren Verzahnung von Bundeswehr und EZ ("vernetzte Sicherheit").


    Foto: dpa

    Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel spricht bei seinem ersten offiziellen Besuch in Feyzabad zu Soldaten.

  • 2008

    Masterprogramm in Mosambik

    Im Februar 2008 startet mit 28 Studierenden der Masterstudiengang "Ländliche Soziologie und Entwicklungsmanagement" an der Universität Eduardo Mondlane in Maputo, der mit Hilfe des SLE und mit finanzieller Unterstützung des DAAD (aus BMZ-Mitteln) aufgebaut werden soll.

  • 2008

    Curriculum: Öffentlichkeitsarbeit

    Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit werden seit diesem Jahr die Teilnehmer mit einem Kurs durch Ute Zurmühl geschult.

    Auslandsprojekte

    Dieses Jahr werden zwei Auslandsprojekte in Ghana durchgeführt, eins zu Zahlungen für Umweltleistungen (Auftraggeber: GTZ), eins zu Kinderarbeit in der Landwirtschaft (FAO), ein AP in Peru zum Thema Zivilgesellschaftsförderung (DED) sowie eins in Tunesien und Marokko zur Förderung von KMU im Agrarsektor (FAO).

    46. Jahrgang 2008


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  • 2007

    Kooperation mit Mosambik

    Dr. Karin Fiege wird beurlaubt um für zwei Jahre nach Mosambik zu gehen und dort die Durchführung des neuen Masterstudiengang zu Ländlicher Soziologie und Entwicklungsmanagement zu begleiten. Gaby Beckmann übernimmt die Vertretung am SLE. Eine Reihe von SLE-TrainerInnen führen in Kooperation mit mosambikanischen KollegInnen die Standardkurse des SLE in Mosambik durch.

  • 2007

    Auslandsprojekte

    Das SLE führt ein AP in den Philippinen zu Disaster Risk Management durch sowie drei APs in Afrika, die sich inhaltlich mit den Themen Wertschöpfungskettenanalyse für Gemüse in Kenia und Tansania, Wirtschaftsentwicklung auf Distriktebene in Mosambik und armutsmindernde Wirkungen des deutschen EZ-Portfolios in Burkina Faso. Letztere Studie wird direkt durch das BMZ beauftragt, Auftraggeber der anderen drei Studien ist die GTZ.


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    45. Lehrgang 2007


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  • 2007

    Beurlaubung Gesa Grundmann

    Gesa Grundmann geht für drei Jahre nach Vietnam und berät dort u.a. die GTZ zum Thema: Povertymonitoring. Dr. Alexander Pröhl übernimmt die Vertretung am SLE. Längere Auslandsaufenthalte der wissenschaftlichen Mitarbeiter sind Bestandteil der institutionellen Entwicklung des SLE und gewährleisten die Aktualisierung von praktischem Fach- und Methodenwissen. 



  • 2007

    weltwärts

    Mit „weltwärts“ ruft das BMZ ein Freiwilligenprogramm ins Leben, das entwicklungspolitisch orientiert ist. Es soll das Engagement für die Eine Welt erhöhen und jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren interkulturelles Lernen in Entwicklungsländern ermöglichen. Gleichzeitig soll so der Nachwuchs für das Berufsfeld der Internationalen Zusammenarbeit gefördert werden. Mittelfristig sollen pro Jahr 10.000 junge Menschen an dem Programm teilnehmen.

  • 2006

    Mosambikanische Teilnehmer am SLE STUDIUM

    Zur Vorbereitung des Masterstudiengangs in Mosambik nehmen zwei mosambikanische Kollegen am einjährigen Ausbildungsprogramm des SLE teil.

  • 2006

    44. Lehrgang 2006


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    Berufsfeldsymposium

    Im Dezember 2006 führt das SLE ein Berufsfeldsymposium durch, um mit VertreterInnen von Abnehmerorganisationen und anderen Ausbildungsinstitutionen die Einstiegschancen für EZ-Nachwuchskräfte zu diskutieren.

  • 2006

    SLE Plus

    Nach mehrjähriger Ruhepause wird das Weiterbildungsprogramm des SLE neu konzipiert und startet 2006 mit den ersten Kursen. Es richtet sich an internationales Publikum und vermittelt in zwei-wöchigen Modulen Kenntnisse zu zentralen Themen der Entwicklungszusammenarbeit. Die Koordination von SLEplus wird anfangs von Dr. Katharina Ochse, ab 2008 von Anja Kühn übernommen.

  • 2006

    SLE Plus

    Das Weiterbildungsprogramm des SLE für internationales Fachpersonal der Entwicklungszusammenarbeit startet 2006 neu. (siehe Kategorie "TRAINING")

  • 2006

    Katastrophenvorsorge

    In der Entwicklungszusammenarbeit wird das Thema Katastrophenvorsorge zu einem Querschnittsthema (siehe 2005). Das SLE führt dazu passend ein Auslandsprojekt in Nicaragua durch mit dem Thema: Katastrophenrisikoreduzierung als Prinzip der Ländlichen Entwicklung - Ein Konzept für die Deutsche Welthungerhilfe.



    Klimakonferenz in Nairobi

    Auf der Agenda der UN-Klimakonferenz in Nairobi stehen

    a) die Strukturierung der Klima-Verhandlungen nach 2012 und

    b) der Beschluss über Leistungen zur Unterstützung afrikanischer Staaten bei der Anpassung an klimatische Veränderungen.

    Die Verhandlungsergebnisse halten sich in Grenzen, weshalb Umweltschützer in der Folge die Beteiligung von Staats- und Regierungschefs fordern, die mit mehr Entscheidungsbefugnissen in die Verhandlung gehen können. Das Thema Klimawandel und Konsequenzen für die Entwicklungsländer nimmt einen zentralen Stellenwert auf der entwicklungspolitischen Agenda ein. Extreme Naturereignisse nehmen zu und gefährden in vielen der betroffenen Länder Entwicklungserfolge. Die Anpassung an den Klimawandel ist ein zentrales Anliegen der Internationalen Zusammenarbeit.

  • 2005

    Aushängeschild Buddybär

    Zahlreiche Spenden erlauben es dem Verein der Freunde und Förderer des SLE die Gestaltung eines freundlichen Berliner Bären zu beauftragen, der Werte und Arbeitsfelder des Seminars repräsentieren soll. Dr. Peter Neunhäuser und Dr. Hannelore Börgel enthüllen das Standbild im Garten der Fischervilla, wo sich der Buddybär bis heute als buntes Aushängeschild des Seminars bewährt. Im gleichen Jahr übernimmt Hannelore Börgel von Peter Neunhäuser den Vereinsvorsitz der Freunde und Förderer des SLE.


    © SLE

  • 2005

    Wirkungsorientierung

    Das Thema Wirkungsanalyse und Wirkungsmessung wird zu einem zentralen Thema des SLE. Für den DED wird 2005 eine Studie zum Thema Wirkungsorientierung in Guatemala durchgeführt. Das Thema wird im Modul "Planung, Monitoring und Evaluierung" im Lehrplan verankert.

    43. Lehrgang 2005


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  • 2004

    42. Lehrgang 2004


    © SLE

  • 2004

    Carola Jacobi

    Mit Carola Jacobi Sambou wird eine ehemalige Teilnehmerin Leiterin des SLE. Zu diesem Zweck wird sie für einige Jahre von der GTZ beurlaubt.

  • 2004

    FAO „Right to Food Guidelines“

    Auf dem World Food Summit 1996 gefordert und 2002 formuliert, werden die freiwilligen Leitlinien zum Recht auf angemessene Nahrung nun einstimmig von 187 Staaten angenommen und unterschrieben. Obwohl bereits in der Erklärung der allgemeinen Menschenrechte von 1948 enthalten, ist das Menschenrecht auf Nahrung erst in etwas über 20 nationalen Verfassungen einklagbar verankert. Die FAO-Leitlinien unterstützen die Staaten in der Umsetzung des Rechts auf Nahrung.


    © africa - Fotolia.com

  • 2003

    Auslandsprojekte: Konfliktforschung

    Das Thema Frieden und Konflikt im Kontext der EZ beschäftigt das SLE weiter, in Folge werden zwei Auslandsprojekte zum Thema in den Philippinen und im Süd-Kauakasus durchgeführt.

    41. Lehrgang 2003


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  • 2003

    Abschied von Dr. Bernd Schubert

    Nach über drei Jahrzehnten Seminarleitung wird Dr. Bernd Schubert am 17.07.2003 aus dem Dienst der Humboldt-Universität verabschiedet. Den krönenden Abschluss bildet eine Fachveranstaltung in der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung in den Hackeschen Höfen. Reiner Kraetsch, Leiter des Referats für Armutsbekämpfung und Sozialpolitik im BMZ, Rüdiger Knop, Senior Actuary in Social Security der ILO, Wolfgang Schmitt, Geschäftsführer der GTZ, und Dr. Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe diskutieren über Sinn und Unsinn einer „Rente für die Ärmsten“. Seit Jahren setzt sich Bernd Schubert leidenschaftlich für die Überlebenssicherung nicht selbsthilfefähiger Haushalte durch Kaufkrafttransfers ein.

    Umzug in die Fischervilla

    Infolge der Fusion und der Angliederung an die Humboldt-Universität zieht das SLE von der Villa in der Podbielskiallee um in die Fischervilla in der Hessischen Straße in Berlin Mitte. Der große Garten wird aufgegeben, gewonnen wird die Nähe zur Fakultät und zum Regierungsviertel. Dem Umzug voran geht eine umfangreiche Entrümpelungsaktion von 40 Jahren Seminar.

  • 2002

    Das SLE in Mosambik

    Start einer langjährigen Kooperation mit Mosambik

    Eine Auftragsstudie zum Thema Tourismusentwicklung und Küstenzonenmanagement in Mosambik bringt 2002 den ersten Stein ins Rollen, der später zum Aufbau eines Masterstudiengangs an der Universidade Eduardo Mondlane (UEM) in Maputo führt. Durch das Auslandsprojekt in diesem Jahr lernt der zukünftige Bildungs- und heutige Premierminister von Mosambik die Arbeitsweise des SLE kennen und ist begeistert. Nach einem Besuch des Ministers in Berlin im Jahr 2003 und einer Vorstudie in 2004 wird in den darauffolgenden Jahren das Curriculum für den Master "Ländliche Soziologie und Entwicklungsmanagement" zwischen dem SLE und der UEM erarbeitet.

  • 2003

    Heidemarie Wieczorek-Zeul in Kenia

    Foto: Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (l. mit Helm), besichtigt das Erdwärmekraftwerk Olkaria in Kenia. Die Bundesregierung fördert mit finanziellen Mitteln das Projekt für erneuerbare Energien.


    © Bundesregierung / Kühler, Bernd

  • 2002

    40. Lehrgang 2002


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  • 2002

    40-Jahrfeier

    Am 13.12. 2002 feiert das SLE sein 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Senatssaal der Humboldt-Universität.



    Feier zum 40-jährigen Jubiläum

    Hauptprogrammpunkt ist eine Podiumsdiskussion zum Thema „Metamorphose eines Berufsfelds – von der Entwicklungsepoche zur Globalisierung“. Moderiert von Dr. Bernd Schubert diskutieren Dr. Walter Salzer, Dr. Christoph Beier von der GTZ, Prof. Dr. Hans-Dieter Evers und Dr. Wolfgang Sachs. Am Abend folgt ein rauschender „Empfang mit Programmeinlagen“ im SLE-Gebäude, Podbielskiallee 66. 

  • 2002

    DSE + CDG = InWEnt

    Die Deutsche Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE) und die Carl-Duisberg-Gesellschaft e.V. (CDG) fusionieren zu InWEnt. Deutschlands größte Organisation für Personalentwicklung, Weiterbildung und Dialog in der Entwicklungszusammenarbeit entsteht.

  • 2001

    Auslandsprojekte: Zivile Konfliktbearbeitung

    Zivile Konfliktbearbeitung und Postkonfliktarbeit in Sri Lanke und Sierra Leone sind Thema der diesjährigen Auslandsprojekte. Die zwei Studien sind von der GTZ in Auftrag gegeben. Das Themenfeld ist fortan eines der Schwerpunktmodule des SLE und seit 2002 mit einem Kurs im Curriculum dauerhaft verankert.

    39. Lehrgang 2001


    © SLE

  • 2001

    Vereinsgründung

    Der Verein Freunde und Förderer des SLE wird gegründet, der das SLE fachlich und finanziell unterstützt. Die angebotenen wissenschaftlichen Veranstaltungen und Seminare, Kolloquien und Workshops sind öffentlich zugänglich.

    Abschied Prof. Agrawal, Beginn Gesa Grundmann

    Ende Mai 2001 tritt Prof. Dr. Ramesh Chandra Agrawal nach 28-jähriger Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SLE offiziell in den Ruhestand. Seine Stelle und die Stelle Dr. Peter Neunhäusers werden zusammengelegt. Die Geografin Gesa Grundmann wird neue Wissenschaftliche Mitarbeiterin.

    Als Agrarentwicklungsexperte ist Prof. Agrawal ein international hochgeschätzter Berater und Wegbereiter in der Lehre von Operations Research, Ökonometrie und Agrarsektorplanung. Am SLE leitete er acht Auslandsprojekte in Indien, Nepal, Sri Lanka und der Volksrepublik China. Zu seinem Abschied diskutieren Prof. De Haen (FAO), Prof. Bonte-Friedheim (ISNAR), Prof. Brandt (DIE), Herr Dresrüsse (GTZ) und Prof. Kirschke (HU) über Erfahrungen aus der Grünen Revolution: Ernährungssicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und Verteilungsgerechtigkeit. Der aktuelle SLE-Jahrgang widmet Prof. Agrawal zur Feier des Tages einen Rap, Ingeborg und Dr. Peter Neunhäuser verabschieden sich mit einem Gedicht.




    © Gesa Grundmann Das SLE in Gefahr

    Wieder droht durch Streichungen von Senat und Bund dem SLE das finanzielle Aus, was aber erneut erfolgreich abgewendet werden kann.

  • 2000

    Auslandsprojekte - Neue Themen, neue Länder

    Erstes Auslandsprojekt zum Thema HIV/AIDS

    Das SLE beschäftigt sich zum ersten Mal im Rahmen eines Auslandsprojektes in Sambia mit dem Thema HIV/Aids.

    Titel der Studie: Incorporating HIV/Aids concerns into Participatory Rural Extension. A Multi-Sectoral Approach for Southern Province, Zambia.

    Erstes Auslandsprojekt in einem lusophonen Land

    Immer wieder werden dem SLE Auftragsstudien in lusophonen Ländern angetragen. 2000 stellt das SLE zum ersten Mal eine Auslandsprojekt-Gruppe für Brasilien zusammen. Die TN vertiefen vor Beginn und im Verlauf des Lehrgangs ihre Portugiesisch-Kenntnisse und absolvieren ein fachlich wie sprachlich gelungenes Auslandsprojekt zum Thema Wirkungsmonitoring in den ländlichen Beratungsdiensten in Ceará und Pernambuco.

    Titel der Studie: Monitoramento Qualitativo de Impacto - Desenvolvimento de Indicadores para a Extensão Rural no Nordeste do Brasil.

    Entwicklungspolitische Diskussionstage

    Die EPDT werden eingeführt. Seitdem finden jährlich Fachtagungen zu aktuellen Themen der IZ in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung statt. Die öffentlichen Veranstaltungen mit hochrangigen Gästen aus Wissenschaft, Entwicklungspolitik und praktischer EZ werden von den SLE und HBS Stipendiaten vorbereitet, moderiert und dokumentiert.



    38. Lehrgang 2000


    © SLE

  • 2000

    Verabschiedung Dr. Peter Neunhäuser

    Nach 28-jähriger Mitarbeit am SLE wird Dr. Peter Neunhäuser von seinen Kolleginnen und Kollegen sowie leitenden Mitarbeitern des BMZ, des Berliner Senats, von FAO, GTZ, DED und GFA mit einem Kolloquium in der alten Zootomie geehrt. Peter Neunhäuser verabschiedet sich nicht in den Ruhestand sondern ruft sogleich zur Gründung des SLE-Fördervereins auf. Über fünf Jahre hatte Peter Neunhäuser EU-finanzierte Entwicklungsprogramme in Ostafrika geleitet. Viele Jahre lang war er stellvertretender, oft auch kommissarischer Leiter des SLE, verantwortete sechs Gutachten im Rahmen von Auslandsprojekten von Indonesien bis Kirgistan und wurde nicht zuletzt wegen seines Einsatzes für die Jobvermittlung der SLE-TeilnehmerInnen geschätzt.


    © SLE

  • 2000

    Millennium Development Goals

    Auf dem Millenniums-Gipfel in New York beschließen Vertreter von 189 UN-Mitgliedsstaaten die Millenniums-Erklärung und verpflichten sich, größere Anstrengungen für eine gerechtere und nachhaltigere globale Entwicklung zu unternehmen. Aus der Erklärung gehen die 8 Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) hervor, deren zentrales Ziel die Halbierung der Weltweiten Armut von 1990 bis 2015 ist:


    -- Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
    -- Primärschulbildung für alle
    -- Gleichstellung der Geschlechter/ Stärkung der Rolle der Frauen
    -- Senkung der Kindersterblichkeit 
    -- Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter 
    -- Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten 
    -- Ökologische Nachhaltigkeit 
    -- Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung.


    © MDG Monitor.

    Renaissance des Themas Armutsminderung

    Zum Beginn des neuen Jahrtausends werden die UN-Millennium-Entwicklungsziele (MDG) formuliert, die bis 2015 erreicht werden sollen. Nach Angaben der Weltbank lebten 2005 etwa 1,4 Milliarden Menschen, mehr als ein Fünftel der Menschheit, in absoluter Armut. Sie müssen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen. Armut ist eines der größten Probleme der Gegenwart, ihre Bekämpfung gilt als die wichtigste Aufgabe der Entwicklungshilfe.

  • 1999

    Anpassung der Lehrinhalte an das Berufsfeld

    Das SLE führt einen Workshop mit VertreterInnen aus dem Berufsfeld durch, um Lehrinhalte anzupassen. Die Veranstaltung läuft unter dem Thema: Anforderungen des Berufsfeldes EZ und Konsequenzen für Aus- & Weiterbildung von Fach- & Führungskräften

    37. Lehrgang 1999


    © SLE

  • 1999

    Ziviler Friedensdienst

    Die Bundesregierung richtet gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Friedens- und Entwicklungsorganisationen den Zivilen Friedensdienst ein. Unter der Trägerschaft der Friedens- und Entwicklungsdienste werden Friedensfachkräfte in mehr als 50 Länder entsandt, um mit lokalen Partnerorganisationen den Ausbruch gewaltsamer Konflikte zu verhindern und friedensfördernde Strukturen aufzubauen, damit Konflikte friedlich gelöst werden können.

  • 1998

    SLE 2000

    Das SLE entwickelt die Strategie SLE 2000, um auch mit reduzierten Mittelzuweisungen seine Arbeit auf hohem Niveau weiterführen zu können.

  • 1998

    Gründung EED

    Der Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) wird gegründet. Seine Partner sind Kirchen, christliche Organisationen und nichtkirchliche Träger. Mit ihnen gemeinsam arbeitet er weltweit für ein Leben in Würde, Gerechtigkeit und Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung. Der EED ist Mitbegründer und seitdem auch Endsendeorganisation des Zivilen Friedensdienstes.

    BMZ unter Heidemarie Wieczorek-Zeul

    Heidemarie Wieczorek-Zeul wird Ministerin des BMZ und bleibt es auch in der Zeit der CDU-geführten großen Koalition bis 2009. Sie sieht in der Krisenprävention den wichtigsten Schwerpunkt der Arbeit des BMZs. Unter ihr gewinnt die globale Strukturpolitik stark an Bedeutung für die Entwicklungszusammenarbeit.


    © Bundesregierung / Kühler, Bernd

    Foto: Heidemarie Wieczorek-Zeul, (l. mit Helm), besichtigt das Erdwärmekraftwerk Olkaria in Kenia. Die Bundesregierung fördert mit finanziellen Mitteln das Projekt für erneuerbare Energien.

  • 1997

    Vier statt drei Auslandsprojekte

    Es werden nun vier statt drei Auslandsprojekte parallel durchgeführt. Mit den kleineren interdisziplinär zusammengesetzten Gruppen soll der Realität professioneller Gutachterteams stärker entsprochen werden.

    Es werden nun vier statt drei Auslandsprojekte parallel durchgeführt. Mit den kleineren interdisziplinär zusammengesetzten Gruppen soll der Realität professioneller Gutachterteams stärker entsprochen werden.

    Teilnehmerforum

    Ein Teilnehmerforum "Ziele & Rahmenbedingungen für Ländliche Entwicklung" wird eingeführt, um die Studierenden und ihre Kenntnisse und Erfahrungen einzubinden und einen selbstverantwortlichen Austausch zu fördern.

    35. Lehrgang 1997


    © SLE

  • 1997

    Drohende Schließung des SLE

    1997 steht das SLE in der größten Finanzkrise seiner Geschichte. Eine drohende Schließung kann durch das Handeln von Mitarbeitern, Teilnehmern und durch die Unterstützung von dem SLE verbundenen Organisationen und Abgeordneten abgewendet werden. Eine große Briefaktion und eine parteiübergreifende Initiative im Abgeordnetenhaus bringen den gewünschten Erfolg - allerdings mit Einbußen bei der personellen Ausstattung.

    Die Finanzkrise 1997
    Aus einem Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser (Okt. 2011)

    SLE: 1997 gab es eine große Finanzkrise, bei der dem SLE sogar die Schließung drohte. Wie ist es so weit gekommen?

    Dr. P. Neunhäuser: Das SLE wurde ja zur Hälfte aus Mitteln des Senats und zur Hälfte aus BMZ-Mitteln finanziert. Westberlin wurde finanziell üppig unterstützt durch den Westen. Nach der Wiedervereinigung nun gestaltete sich die Finanzierung des SLE schwierig.  Die (West-) Berlinzulage fiel weg, man legte die Fakultäten zusammen und sparte substantiell an den Universitäten.
    In dieser Zeit haben wir viel Lobbyarbeit gemacht. Am 12. Dezember‘97  wurde in Berlin eine parteiübergreifende Initiative gestartet. Mitglieder, die im Hauptausschuss saßen und für die Finanzen verantwortlich waren, stellten einen Antrag ans Abgeordnetenhaus, das SLE weiter zu finanzieren. Als letzter Punkt der Tagesordnung ging der Antrag in die Haushaltsdebatte ein und wurde positiv beschlossen. Erst unter dem Bereich „Wissenschaft und Forschung“ geführt, wurde das SLE nun überführt in die Senatsabteilung „Wirtschaft und Betriebe“, welche finanziell besser ausgestattet war. Damit war das Fortbestehen des SLE gesichert. Der Kurs 1998 hätte beinahe nicht stattgefunden, weil die Finanzierung nicht stand.

    Durch das beherzte Handeln von Dr. Peter Neunhäuser, der den Bewerbern trotzdem zusagte, wurde der Seminarbetrieb ohne Unterbrechung fortgeführt, und das Seminar blieb bestehen.

  • 1997

    Klimakonferenz in Kyoto/Japan

    Auf der dritten UN-Klimakonferenz werden verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern festgelegt, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Die industriellen Vertragsstaaten, zu denen auch die Länder der Europäischen Union zählen, beschließen eine Reduktion der Treibhausgase um 5,2% gegenüber 1990 für den Zeitraum von 2008 bis 2012.

  • 1996

    Finanzkrise

    Das Sparkonzept des Senats sieht drastische Einsparungen im universitären Bereich vor. Der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität droht die Schließung. Damit ist auch das Fortbestehen des SLE ungewiss. Die SLEler unterstützen die Proteste mit einem Traktor im Traktorenkorso.



  • 1996

    Schuldenerlass: HIPC-Initiative und PRSP

    Die hohe Schuldenlast zahlreicher Entwicklungsländer gefährdet Entwicklungsanstrengungen und Armutsbekämpfung. 1996 beschließen Weltbank und IMF auf Betreiben von zivilgesellschaftlichen Organisationen und der G8-Staaten einen koordinierten, teilweise Schuldenerlass für die ärmsten und am höchsten verschuldeten Länder (Heavily Indebted Poor Countries, HIPC). 1999 erreicht das Bündnis „Erlassjahr 2000“ eine weitere Verbesserung der Konditionen zum Schuldenerlass. Eine wichtige Bedingung ist seitdem, dass die betreffenden Länder unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft eine Armutsreduzierungsstrategie erarbeiten (Poverty Reduction Strategy Papers, PRSP).

  • 1995

    SLE Summer School

    Das Weiterbildungsprogramm wird ausgebaut und bietet jetzt 4 Kurse an, u.a. Organisationsberatung und Kreative Bewältigung von Schreibproblemen im Beruf.

  • 1995

    Auslandsprojekt in einem Transformationsland

    Als erstes Transformationsland wird Albanien zur Durchführung eines Auslandsprojektes ausgewählt, mit dem Thema „Förderung von Selbsthilfeaktivitäten albanischer Bauern - Situations- und Potenzialanalyse.“ Die Anwendung partizipativer Methoden wurde von den Zielgruppen damals wenig wertgeschätzt.

  • 1995

    Namensänderung

    Das SLE ändert seinen Namen und heißt nun nicht mehr Seminar für Landwirtschaftliche sondern Seminar für Ländliche Entwicklung. Die Kurzform SLE bleibt bestehen.

  • 1995

    Demokratisierung – Good Governance

    Ab Mitte der 1990er Jahre wird „Good Governance“ zu einem der zentralen Themen für die EZ: Entwicklung ist nicht nur eine Frage wirtschaftlicher Erfolge. Schwache Regierungen, willkürliche Rechts- und Justizsysteme, schlecht funktionierende Verwaltungen und Korruption können die Entwicklung behindern. Good Governance steht für leistungsfähige staatliche Institutionen und einen verantwortungsvollen und rechenschaftspflichtigen Umgang mit politischer Macht und öffentlichen Ressourcen. Staatliche Akteure und Institutionen sollen befähigt werden, Politikinhalte armutsreduzierend und nachhaltig auszurichten.


    © Ben Chams - Fotolia.com

    VENRO

    Die in der Entwicklungspolitik und –zusammenarbeit tätigen deutschen Nichtregierungsorganisationen gründen ihren Dachverband VENRO. Der Verband mit Sitz in Bonn wird mit den Zielen gegründet, die Globalisierung gerecht zu gestalten, die weltweite Armut zu überwinden und die Menschenrechte zu verwirklichen sowie zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen beizutragen. Auch das öffentliche Bewusstsein für entwicklungspolitische Themen soll geschärft werden.

  • 1994

    Entwicklungsberater, -manager & -moderatoren

    Im Jahresbericht wird das Ziel formuliert, dass die TeilnehmerInnen zu Entwicklungsberatern, -managern & -moderatoren ausgebildet werden sollen. Es ist nicht mehr die Rede davon, die Studierenden zur Planung von Agrarprojekten zu befähigen, sondern der Fokus wird erweitert auf der Planung, Implementierung und Evaluierung von Entwicklungsprojekten und -programmen.

    Im Sommer 1994 führt das SLE erstmalig Weiterbildungskurse durch. Zu den ersten Kursen gehört der Kurs "Soziale Kompetenz & Konfliktmanagement", der von Shirley Wouters durchgeführt wird.

    Auslandsprojekte

    In den 90er Jahren werden methodische Fragestellungen in den Auftragsstudien immer bedeutender.

    32. Lehrgang 1994


    © SLE

  • 1994

    Dr. Karin Fiege

    Als erste Frau ergänzt die Soziologin Dr. Karin Fiege ab 1994 das Team der festangestellten Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen.

  • 1993

    BMZ - Namensänderung

    Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit fügt seinem Namen den Begriff Entwicklung hinzu: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.


    © Bundesregierung

    Foto: Carl-Dieter Spranger, Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (2.v.r.), besichtigt das Amphitheater in Durres / Albanien (Foto: Bundesregierung).

  • 1993

    Aktions- und Entscheidungsorientierte Untersuchungen

    Zur gezielten Vorbereitung der Auslandsprojekte wird die Methodik der Aktions- und Entscheidungsorientierte Untersuchungen (AEU) erstmalig entworfen und seitdem ständig weiterentwickelt.

    Als Reaktion auf die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio und die Agenda 21 führt das SLE den Kurs „Social Forestry“ ein und behält ihn vier Jahre im Programm.

    31. Lehrgang 1993


    © SLE

  • 1992

    Auslandsprojekt Sambia

    Uwe Jens Nagel leitet 1992 das Auslandsprojekt in Sambia. Ziel ist die Erstellung eines "Participatory Extension Approaches" für den Siavonga District.

    Der entwickelte Verbereitungsansatz wird daraufhin flächendeckend in ganz Sambia eingeführt.

  • 1992

    Fusion der Fakultäten

    1992 fusioniert die Fakultät für Internationale Agrarentwicklung der Technischen Universität mit der Fakultät für Landwirtschaft und Gartenbau der Humboldt-Universität und wird dieser zugeordnet.


    © HU Berlin, TU Berlin

    Aus einem Gespräch mit Dr. P. Neunhäuser über die Fusion der Fakultäten 1992 (Oktober 2011):

    Dr. P. Neunhäuser: "Die Fusion der Fakultäten war ein großer organisatorischer Akt. Drei Fakultäten gab es in der Nachwendezeit doppelt. Das waren die Fakultäten für Veterinärmedizin, für Lebensmitteltechnologie und für Landwirtschaft. Letztere kam unter das Dach der Humboldt-Universität. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, bei der TU zu bleiben."

    SLE: "Was hat den Ausschlag für den Wechsel an die Humboldt-Universität gegeben?"

    Dr. P. Neunhäuser: "Die HU war sozusagen die Keimzelle des landwirtschaftlichen Studiums. Die von Thaer gegründete Königlich-Preußische-Hochschule für Landwirtschaft wurde 1936 in die HU überführt als Fakultät für Landwirtschaft und Veterinärmedizin. Außerdem gefiel uns das Logo der HU mit den Humboldt-Köpfen viel besser als das der TU. Und der Klang Humboldt-Universität zu Berlin hat doch etwas Erhebendes."

    Evaluierung des SLE

    Ein gewisser Schlusspunkt unter die ersten 30 Jahre SLE wurde durch die ‚Evaluierung des Seminars für Landwirtschaftliche Entwicklung der TU Berlin und des Seminars für Tropenveterinärmedizin der FU Berlin‘ gesetzt, die 1992 im Auftrag des Senators für Wissenschaft und Forschung durch das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik durchgeführt wurde.

    Der Evaluierungsbericht wurde bei der letzten Sitzung des Seminarausschusses unter Zuständigkeit der TU Berlin, am 27. November 1992 reflektiert. Vom Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit wurden von der GTZ, dem BEF/FAO und dem DED Stellungnahmen „zu den durch die Gutachter (G. Ashoff, B. Claus, U. Otzen und P. Wolf) des DIE gemachten Anregungen und Kriterien für die zukünftige Gestaltung der Programme erbeten“, die auch in die Diskussion des Seminarausschuss eingingen.

    Zeitgleich arbeiteten ein Gründungskomitee und verschiedene Arbeitsgruppen zur Fusion der Fachbereiche Agrarwissenschaft TU und HU. Zu einem frühen Zeitpunkt wurden die Seminarordnung und die Planungsvorstellungen des SLE für die kommenden Jahre von der HU Berlin übernommen.

  • 1992

    Agenda 21

    Die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung findet in Rio de Janeiro statt:  172 Länder einigen sich auf Leitlinien zur Umsetzung eines umweltpolitisch und nachhaltig orientierten Aktionsprogramms für das 21. Jahrhundert. Dies geschieht in Absprache mit NROs und der Zielsetzung, das Programm in lokale Agenden zu überführen und umzusetzen.

  • 1991

    Ländliche Regionalentwicklung LRE

    Ein formuliertes Anliegen ist dieser Zeit die Thematisierung des Spannungsfeldes von Strukturanpassung, Armutsbekämpfung und Ressourcenschutz. Die Kurse werden noch stärker zu inhaltlichen Blöcken zusammengefasst und neu strukturiert. Spezielle Agrarkurse werden integriert. Dabei kommt den Bereichen Ländliche Entwicklungsplanung und Umweltgerechtes Ressourcenmanagement eine besondere Rolle zu, womit das SLE wieder Innovationsstärke beweist.

    Im Wintersemester 1991/92 werden die Veranstaltungen des Seminars für Landwirtschaft als Ergänzungsstudium zum letzten Mal im Vorlesungsverzeichnis der TU ausgewiesen:  

    -- 053 KU ASP-Bericht - Evaluierung einschließlich entwicklungspolitische Reflexion (Neunhäuser Höper Kunze)       
    -- 055 KU Planung und Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe (Agrawal)
    -- 066 KU Moderationstechniken (Nagel Siebenhühner)
    -- 068 KU Ressourcenschonende Pflanzenproduktion und Tierhaltung (Neunhäuser Schaft)
    -- 069 KU Instrumente einer  umweltgerechten Entwicklungszusammenarbeit (Neunhäuser Bade Bunge Glaeser Hopp Summerer Küchler Kirschke Streifeler)
    -- 072 KU Berichterstellung zum Auslandsstudienprojekt (Neunhäuser Höper Kunze)   
    -- 073 KU Entwicklungsprozesse und Entwicklungspolitik (Rauch N.N.)
    -- 075 KU Planung und Durchführung landwirtschaftlicher Beratung (Nagel)
    -- 080 KU Teamarbeit und –management  (Nagel N.N. N.N.)
    -- 087 KU Projektmanagement II: Monitoring und Evaluierung (Salzer)
    -- 089 KU Projektmanagement I:  Zielbestimmung in der Projektplanung (ZOPP) (Nagel Rauch)
    -- 090 KU Interpersonelle Kommunikation (Nagel  de Fries)

    Der nächste Vorlesungsnachweis erfolgt bereits aus der Humboldt-Universität zu Berlin unter dem Fachbereich Agrar- und Gartenbauwissenschaften (ab 2001 Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät).

  • 1991

    Protest gegen den Golfkrieg

    Dem Berlin weiten Protest gegen den 1. Golfkrieg schließt sich der 29. Lehrgang an und hängt weiße Bettlaken aus den Fenstern des SLE-Gebäudes.

  • 1990

    Kritische Teilnehmer, mehr Frauen

    1990 liegt der Anteil der Studierenden aus dem landwirtschaftlichen Bereich noch bei 50%. 1991 steigt der Frauenanteil erstmals über 50% und bleibt in den Folgejahren konstant hoch. 1990 wird auf Wunsch der Teilnehmer des 27. Jahrgangs der Kurs „Frauenförderung“ aufgenommen und zwei Jahre angeboten.


    © Peter Neunhäuser


    © Peter Neunhäuser

    Die Teilnehmer des Postgraduiertenstudiengangs

    Aus einem Gespräch mit Dr. Theo Rauch im Mai 2011: "Zum SLE sind  schon immer eher kritisch denkende Leute gegangen – nicht weil das SLE selber besonders kritisch war bzw. ist, sondern weil es Raum für Kritik und kritisches Denken gelassen hat. Zwischen den Jahren 1988 und 1990 gab es eine interne Diskussion, ob man nur Studenten für das SLE zulassen solle, die glaubhaft versichern können, dass sie in die EZ wollen. Man entschied sich aber dagegen und hat bewusst auch Zweifler zugelassen – das SLE-Jahr bot so die Möglichkeit, den eigenen Weg zu finden und sich zu orientieren. Insgesamt sind die Teilnehmer von ihrer Art her - bei aller Heterogenität - über die Jahrzehnte erstaunlich konstant geblieben. Das SLE schaffte eine bestimmte Kultur, die von Teamorientierung und einer konstruktiv-kritischen Haltung im Sinne einer werteorientierten Professionalität geprägt war. Der Geist, die Kultur des Hauses zieht dann auch einen bestimmten Typ Mensch an. Früher waren die Teilnehmer vielleicht etwas rebellischer; eine Konstante aber ist, dass das SLE als sozialisierendes Element dazu führt, dass die Teilnehmer lernen, zum einen Kritik an der jeweiligen entwicklungspolitischen Praxis in kritisch reflektiertes, kontextgerechtes Handeln umzusetzen und zum andern Diversität zu nutzen und aus verschiedenen Perspektiven zu schauen."

    28. Lehrgang 1990


    © SLE

  • 1990

    Nachhaltige Entwicklung und Partizipation

    Nachhaltigkeit wird in den 1990ern als Grundprinzip der EZ anerkannt und eines der prägenden Themen. Das Prinzip der Beteiligung erfährt ebenfalls große Aufmerksamkeit: Die Zielgruppen der EZ sollen in die Lage versetzt werden, eigenständig ihre Lebensbedingungen zu verbessern, ohne sich an Standards in anderen Ländern messen zu müssen. Wichtige Themen aus dieser Zeit sind:

    - "Hilfe zur Selbsthilfe"

    - Arbeitsbeschaffung und eigenständiges Wirtschaften

    - Anpassung der EZ an die kulturelle, räumlichen und wirtschaftlichen Strukturen

    - Nachhaltiger Ressourcenschutz und Umweltverträglichkeit.

    Human Development Report

    Der erste UNDP Human Development Report erscheint. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann wirtschaftliches Wachstum zu menschlicher Entwicklung führen?


    © UNDP-HDR

  • 1990

    Verabschiedung Frau Falkenhayn

    Frau Falkenhayn war als Putzfrau zwar keine Institutsangestellte, aber sie war die "Seele" des Hauses Podbielskiallee 66. Ordnung und Sauberkeit des Hauses war ein wichtiger Teil ihres Lebens. Zu Beginn eines Lehrgangs gab sie die Einführung, wie sich die Teilnehmer im Haus zu verhalten hätten, wie die Küche zu verlassen sei, und und und. Und wehe, einer befolgte ihre Anweisungen nicht!!!

    "General Falkenhayn" wurde sie insgeheim genannt...



    Frau Falkenhayn bei der vom SLE organisierten Verabschiedung mit Theo Rauch.

  • 1989

    Neue Themen

    Ende der 80er Jahre werden eine Reihe neuer Kurse eingeführt: hierzu zählen rhetorische Kommunikation & Moderationstechniken, interkulturelle Kommunikation, Monitoring und Evaluierung. Theo Rauch gibt erstmals den Kurs Regionalplanung.

  • 1989

    Gro Harlem Brundtland in Davos

    Foto:Gro Harlem Brundtland beim Weltwirtschaftsforum in Davos 1989.


    © World Economic Forum

  • 1988

    26. Jahrgang 1988

    26. Jahrgang 1988


    © SLE

    Auslandsprojekt

    1988 leitet Theo Rauch sein erstes Auslandsprojekt. Es findet unter dem Thema "The sustainability of the impact of the integrated rural development programme (IRDP)" in der NW-Province in Sambia statt.

    Generationen von SLElern beschäftigen sich hiernach mit den Bienenzüchtern aus dem Kambompo Distrikt.

  • 1988

    Dr. Theo Rauch

    Dr. Theo Rauch ist von 1988-1993 Mitarbeiter am SLE.


    © Peter Neunhäuser

  • 1987

    Auftragsstudien

    Seit etwa 1987 werden Auslandsprojekte des SLE als Auftragsstudien durchgeführt. Das Einwerben von Drittmitteln gewinnt an Bedeutung.

    25. Jahrgang 1987


    © SLE

  • 1987

    25-jähriges Jubiläum

    Anlässlich zum 25. Jubiläum des SLE findet eine Fach- und Festveranstaltung am 10. Dezember 1987 statt, auf der die Leistungen Prof. Sachs gewürdigt werden.

    Seit Mitte 1987 ist das Seminar nicht mehr Teil des Instituts für Sozialökonomie der Agrarentwicklung, sondern eine fachbereichsunmittelbare Organisationseinheit.

  • 1987

    Brundtland-Bericht und Nachhaltigkeit

    Der Beicht "Our common future" der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, auch als Brundtland-Bericht bekannt, prägt den Begriff der Nachhaltigkeit. Er findet Eingang in politische und wissenschaftliche Diskussionen und wird in der EZ zu einem wichtigen Grundsatz. Gegenwart und Entwicklung sollen nachhaltig gestaltet werden, so dass die Bedürfnisse nachfolgender Generationen ebenfalls berücksichtigt werden (Generationengerechtigkeit).


    © Ben Chams - Fotolia.com

  • 1986

    24. Jahrgang 1986


    © SLE

  • 1986

    Prof. P. von Blanckenburg

    Professor von Blanckenburg wird emeritiert.

  • 1985

    23. Jahrgang 1985


    © SLE

  • 1984

    Berufsfeld EZ: Anpassungen des SLE

    Aus einem Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser im Oktober 2011:

    "Sinn und Ziel des Seminars wurden immer wieder hinterfragt und diskutiert. Die Lehrinhalte wurden wiederholt an die veränderten Anforderungen der Entwicklungszusammenarbeit angepasst. Dazu wurden Treffen mit den großen Organisationen wie FAO, GTZ, DED und den Consultingfirmen wie GFA und EU-Consulting durchgeführt. Zur Vorstellung der Ergebnisse der Auslandsprojekte durch die SLEler wurden ebenfalls Organisationen eingeladen. Diese nutzten das gern für die Auswahl von Teilnehmern. Da geschah es dann, dass Teilnehmer nach einem improvisierten Vorstellungsgespräch gleich unter Vertrag genommen wurden und so ihre Stelle nach dem Studienjahr sicher hatten. Die Jobvermittlung war immer ein wichtiges Thema. Über die Vermittlungszahlen wurde genau Buch geführt und jährlich den Geldgebern in der Seminarausschusssitzung Bericht erstattet."

    22. Jahrgang 1984


    © SLE

    Thematische Schwerpunkte

    Neben Kommunikation & Teamarbeit, Entwicklungspolitik und Projektplanung, quantitativen Planungs- und Evaluierungsmethoden stehen im SLE v.a. landwirtschaftliche Themen auf dem Lehrplan wie Beratung, Landnutzungsplanung, ökologische Landbausysteme, Vermarktung, Betriebsplanung, Selbsthilfeorganisationen.

    Mit dem Kurs Selbsthilfeorganisationen liegt das SLE voll im Trend. In den 80er Jahren wird in der EZ die Basisgruppenunterstützung betont. Mit im Kursprogramm: „Nutzung von Kleincomputern in Agrarprojekten“.

  • 1984

    Nachhaltigkeitsstudie

    In einem Forschungsauftrag des BMZ untersuchen die Mitarbeiter des SLE 24 EZ-Projekte, die bereits 3-7 Jahre zuvor von der deutschen Seite an die PartnerInnen übergeben worden waren. Das Ergebnis ist eine Studie mit dem Titel: "Die Nachhaltigkeit der Wirkungen von Agrarprojekten".

    Resumée:

    Die Hälfte der Projekte waren erfolgreich, gemessen an den angestrebten Ergebnissen; immerhin 9 Projekte qualifizierten die Trägerorganisation. Die effektive Einbindung der deutschen Projektkomponente in die Nehmerlandstrukturen war eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Wirkungen. Einen Beitrag zur Sicherung der Nachhaltigkeit leistete darüber hinaus die Nachbetreuung der Projekte.

    20-jähriges Dienstjubiläum

    1984 findet das 20-jährige Dienstjubiläum Prof. v. Blanckenburgs statt.

    Im gleichen Jahr wird die langjährige Sekretärin Maria Louise Hauffe verabschiedet.


    Von links nach rechts: Prof. Blanckenburg, Frau Hauffe, Frau Falkenhayn

  • 1983

    21. Jahrgang 1983


    © SLE

  • 1983

    Gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen

    Der Bundestag beschließt die Stationierung von Mittelstreckenraketen. Mit einer Anzeige in der FAZ und begründeten Argumenten wenden sich Studierende und Mitarbeiter gegen diesen Beschluss.




    Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser zum Schreiben des Senators für Wissenschaft und Forschung vom 22.2. 1984
    Im Oktober 2011

    Dr. P. Neunhäuser: Ein Ereignis hat politische Geschichte gemacht am SLE. Das war, als der Bundestag die Stationierung von Mittelstreckenraketen beschloss.

    K. Warweg: Wann wurde dieser Beschluss gefasst, und wie sah die Initiative am SLE daraufhin aus?

    Dr. P. Neunhäuser: Im Dezember 1983 muss das gewesen sein. Auf Initiative des damals laufenden 21. Jahrgangs setzten die Teilnehmenden und Mitarbeiter eine Anzeige gegen den Bundestagsbeschluss auf. Alle Mitarbeiter haben sich der Initiative der Studierenden angeschlossen, sogar die Putzfrau.

    K. Warweg: Was wollte man mit dieser Aktion erreichen?

    Dr. P. Neunhäuser: In dem Beschluss sah man eine Gefahr für den Frieden. Es war die Zeit des Kalten Krieges. Außerdem befürchtete man, dass durch die Aufwendung enormer Mittel weniger Geld für die Länder der Dritten Welt übrig bleiben würde.      Mitglieder der Landesgruppe der CSU haben sich auf die Anzeige hin an den Bundesminister für Wirtschaft und Zusammenarbeit gewandt und um eine Stellungnahme gebeten – mit dem Bestreben, dass das SLE als Ausbildungsinstitut keine politischen Inhalte vermitteln solle. Dann hat das BMZ den Senator für Wissenschaft und Forschung informiert und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass - ich zitiere aus dem Schreiben vom 22. Februar 1984 - “…Lehrveranstaltungen nicht zur Vermittlung einseitiger politischer Überzeugungen missbraucht werden dürfen“.

  • 1983

    PRA

    In den 80er Jahren gewinnen weltweit partizipative Entwicklungskonzepte und Methoden an Bedeutung, die von Robert Chambers später mit dem Label  "Participatory Rural Appraisal" (PRA) versehen werden. Dabei entsteht ein Kontinuum von Beteiligungsformen, das von bloßen Erhebungsmethoden bis zur Umsetzung der Ideale von Paulo Freire reicht, wo die Armen selbst ihre Lage analysieren, Veränderungen planen und umsetzen.

  • 1982

    20 Jahre SLE: Tagung und Feier

    Mit zahlreicher Prominenz aus Bonn (BMZ), Eschborn (GTZ) und Berlin (Senator WiFo, TU-Präsident) und 70 Ehemaligen aus fast allen Lehrgängen wird im Dezember 1982 zwei Tage lang im Völkerkunde-Museum und im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Dahlem "20 Jahre SLE" zelebriert.
    "Zwischenbilanz und Perspektiven einer grundbedürfnisorientierten Entwicklungspolitik" war der Fokus der Veranstaltungen und zugleich Thema des Festvortrags von Min.Dir. Dr. W. Albert vom BMZ. Zum Abschluß feierten nahezu 100 Gäste ein seminartypisches Fest mit Buffet und Tanz in der Villa Podbielskiallee 66 in Dahlem.

  • 1982

    BMZ-Führungswechsel

    Nach dem Regierungswechsel  übernimmt Jürgen Warnke von der CSU das Amt des Entwicklungsministers. Stärker als früher wird Entwicklungshilfe von der Zustimmung zu außenpolitischen Leitlinien wie Antikommunismus abhängig.  "Die müssen schon unser Lied singen!" wird zum geflügelten Wort.


    © Bundesregierung

    Foto: Jürgen Warnke, Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (r.) und Costa Ricas Außenminister Carlos José Gutierrez tauschen im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit nach Unterzeichnung eines Finanzhilfeabkommens zwischen beiden Ländern die Urkunden aus.

  • 1981

    19. Jahrgang



    Foto: Teilnehmer des 19. Jahrgang mit Gästen des 20. Jhrg. - von links nach rechts - Teamleiter: J. Hopp, Klaus Baumgarten neben G. Rathert, unten Dr. B. Schubert.

    Mitarbeiter des SLE: Frau Küster, Dr. J.-U. Nagel, Dr. Neunhäuser, Frau Zunkel, Frau Cassell und Prof. Dr. R. Sachs.

  • 1980

    Das SLE wird erwachsen

    Anfang der 80er emanzipiert sich das SLE immer mehr vom Institut für Ausländische Landwirtschaft bzw. dem späteren Institut für Sozialökonomie der Agrarentwicklung und gewinnt mehr Eigenständigkeit. Es untersteht heute direkt dem Dekan der Fakultät, hat einen eigenen Seminarrat und eine Satzung.

    Aus einem Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser
    (Okt. 2011):

    Ich möchte noch eine Geschichte erzählen, wie das SLE erwachsen geworden ist. Ab 18 gilt man ja in Deutschland als erwachsen. Als das Seminar im 18. Jahr war, ist es auch erwachsen geworden. Das SLE war anfangs Teil des Instituts für Ausländische Landwirtschaft, des späteren Instituts für Sozialökonomie der Agrarentwicklung am Fachbereich Landwirtschaftliche Entwicklung der Technischen Universität.
    Anfang der 80er wird das SLE selbständig. Es bildet einen eigenen Seminarrat und gewinnt dadurch Unabhängigkeit vom Institut. Leitung  von Seminar und Institut existieren nun unabhängig voneinander.
    Das SLE hat sich also Stück für Stück mehr Entscheidungsfreiheit erkämpft und sich vom Institut emanzipiert. Dies wurde vom Institut nicht immer mit Wohlwollen betrachtet.
    Auch politisch wahrt das SLE seine Unabhängigkeit.

  • 1980

    Die Phase der neoliberalen Strukturanpassungspolitik

    Die wirtschaftliche Rezession in den Industrieländern führt zu sinkenden Rohstoffpreisen. Schwindende Exporterlöse und hohe Zinsen lassen die Auslandsverschuldung in vielen Entwicklungsländern bedrohlich ansteigen. Auch Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und Venezuela geraten in schwere Krisen. Um die Zahlungsfähigkeit der Schuldnerländer zu sichern, drängen Weltbank und IWF nahezu flächendeckend zu Strukturanpassungsprogrammen. Staatsausgaben werden gekürzt, Märkte liberalisiert und Staatsbetriebe privatisiert. Doch die makroökonomischen Veränderungen führen nicht zu dem erhofften Wachstumsschub. Für viele Entwicklungsländer waren die 80er Jahre ein verlorenes Jahrzehnt. Ausnahmen bilden die Tigerstaaten im Fernen Osten, wie Südkorea oder Taiwan, Staaten, die entgegen dem neoliberalen Dogma steuernd in die eigenen Märkte eingreifen.

  • 1979

    Rapid Rural Appraisal (RRA)

    Ende 1979 tragen Robert Chambers und Kollegen von der University of Sussex unter dem Namen "Rapid Rural Appraisal" (RRA) ein Set von intelligenten Erhebungsmethoden zusammen. Durch den Verzicht auf überflüssige Informationen („Optimale Ignoranz“) und übertriebene Genauigkeit  sollen Bestandsaufnahmen nicht „quick and dirty“ aber kosteneffizient durchgeführt werden. Von Partizipation und Empowerment der Zielgruppen ist noch keine Rede…

  • 1978

    16. Jahrgang 1978


    © SLE

  • 1977

    15. Jahrgang


    © Peter Neunhäuser

  • 1976

    Das SLE als Think Tank

    Das SLE entwickelt sich von einer Fachinstitution immer mehr zu einer Ausbildungsinstitution, in der viel Wert auf Soft Skills gelegt wird, und zu einem Think Tank, in dem konzeptionelle Ideen entwickelt werden, die die EZ-Landschaft maßgeblich beeinflussen. An den aktuellen Diskussionen sind die Mitarbeiter impulsgebend beteiligt. Dabei handelt es sich um Themen wie Partizipative Methoden und ZOPP (Zielorientierte Projektplanung).

  • 1976

    Entwicklungszusammenarbeit statt Hilfe

    Marie Schlei, die erste weibliche Ministerin an der Spitze des BMZ (1976–1978) stärkt Deutschlands Engagement in Afrika, trifft sich mit den Befreiungsbewegungen im südlichen Afrika und unterstützt eine stärkere Rolle der Frauen im Entwicklungsprozess. Unter ihrer Ägide wird aus „Hilfe" "zusammen arbeiten". Der Begriff der Entwicklungszusammenarbeit bürgert sich ein.


    © Bundesregierung / Schaack, Lothar

    Foto: Marie Schlei, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, legt den Grundstein für ein neues Gebäude des "Water Scheme Project".

  • 1975

    Partizipative Lehrmethoden

    In der Entwicklung innovativer Workshopmethoden nimmt das SLE eine Vorreiterrolle ein.





    Prof. Dr. Dr. hc Uwe Jens Nagel über die Entwicklung innovativer Moderationsmethoden:

    "Für die SLE Ausbildung gab es einen richtungsweisenden Moment während meiner Zeit am SLE: die Etablierung der Metaplan Methode. Dazu fällt mir eine Anekdote ein. Es war ungefähr im Jahr 1975. Bernd Schubert und ich hatten gerade angefangen, Teamarbeitstraining in den Lehrplan mit aufzunehmen. Dazu gab es zwei externe Trainer: Herrn Sperling von der ILO und Herrn Kley von der FAO. Diese Trainer hatten einen Kurs der Firma Coverdale übernommen, den wir für die Bedürfnisse des SLE anpassten. Nun hatte Sperling eine Freundin, die bei Metaplan arbeitete. Sie kam bei einem Kurs, den ihr Freund Sperling gab, zu Besuch und ergänzte die angewandten Teamarbeitsmethoden um die Metaplan Methode. Später wurde der Teamarbeits-Kurs auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von GTZ und die DSE abgehalten, wobei natürlich auch die Anwendung der Metaplan-Methode weitergegeben wurde. Daraus entwickelten sich an der DSE die "Kohlbach‘schen Packpapierseminare". Carl Kohlbach war ein ehemaliger Teilnehmer des SLE und arbeitete bei der DSE. Nachdem Bernd Schubert auch die Ausbildung in ZOPP (Zielorientierte Projektplanung) in das SLE Programm eingeführt hatte, verbanden sich Teamarbeit und Metaplan mit Projektplanung. So kam es, dass der Logframe sich über die zufällige Einführung der Metaplan Methode in einem Teamarbeitsseminar zu einer partizipativen Methode entwickelt hat. Das SLE hat immer neue Sachen aufgezogen und integriert, Themen und Methoden wurden miteinander verbunden. Übrigens war das  SLE die erste Institution, die sich mit partizipativen Methoden auseinandergesetzt hat - im Zusammenhang mit der Entwicklungszusammenarbeit."

  • 1975

    UN-Weltfrauenkonferenz

    1975 findet in Mexiko-Stadt die erste UN-Weltfrauenkonferenz statt. Ein später von der UN-Vollversammlung übernommener "Welt-Aktionsplan" soll die Situation und den Lebensstandard von Frauen in Entwicklungsländern über konkrete Investitionen und über den Gesetzesweg verbessern, 1976-1985 wird als "UN-Dekade der Frau" ausgerufen.

    Gründung der GTZ

    Am 1. Januar 1975 wird die  Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) als GmbH gegründet. Sie entsteht aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Bundesstelle für Entwicklungshilfe (BfE) mit der Deutschen Fördergesellschaft für Entwicklungsländer (GAWI) und beschäftigt 1.875 Mitarbeiter, 2/3 davon entsandte Fachkräfte. Für die Programme der Technischen Zusammenarbeit schließt sie einen Generalvertrag mit dem BMZ.

  • 1974

    Auslandsprojekt

    Unter der Leitung von Prof. Agrawal führt das SLE in diesem Jahr eine Studie zur Finanzierung von Landwirtschaft durch: A Study of the Role of Nationalized Banks in Financing Agriculture in the District of South Kanara, (India).

  • 1972

    Die Grenzen des Wachstums

    Die zentrale Schlussfolgerung der Studie des ‚Club of Rome‘ zur Zukunft der Weltwirtschaft lautet: „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.“


    © Sergiy Serdyuk - Fotolia.com

  • 1972

    Dr. Peter Neunhäuser

    Dr. Peter Neunhäuser kommt 1972 ans SLE und arbeitet dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter.



    Dr. Peter Neunhäuser macht Bekanntschaft mit dem SLE

    Aus einem Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser Januar 2011

    D. Heidhues: Wie sind Sie ans SLE gekommen?

    Dr. P. Neunhäuser: Ich war gerade in Indien in einem der ersten Entwicklungsprojekte, betrieben vom Landwirtschaftlichen Ministerium. Zu einem Gartenbaukongress fuhr ich einmal nach Bangalore, und als ich abends zurück zu meinem VW kam, steckte eine Visitenkarte an meiner Windschutzscheibe mit der Nachricht: Wenn Sie, wie ich annehme, Deutscher sind (die Deutschen erkannten sich untereinander am VW, da die Inder sonst keine ausländischen Fahrzeuge ins Land ließen), und einmal wieder deutsch sprechen wollen, kommen Sie mich doch einmal besuchen. Prof. Dr. von Blanckenburg. Professor Dr. von Blanckenburg fuhr derzeit einen VW-Bus, hatte aber keinen Zugang zu Ersatzteilen oder einer Werkstatt. So bat er mich, ob er seinen Wagen in der Werkstatt des Projekts vorbeibringen könnte. Als am SLE wieder einmal ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter gesucht wurde, lud er mich ein, mich zu bewerben, und ich habe das Angebot angenommen.

    Peter Neunhäuser war von 1972 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 am SLE tätig.

    Professor Agrawal

    Im Juni 1972 beginnt Prof. Agrawal mit der Arbeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SLE.



    Dr. U.J. Nagel

    Dr. U.J. Nagel beginnt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter seine 21jährige Mitarbeit am SLE.



    Stehend von links: Peter Neunhäuser, Prof. Schulz (FU), Bernd Schubert Sitzend: Uwe Jens Nagel

  • 1971

    Dr. Bernd Schubert wird Leiter

    Dr. Bernd Schubert entwickelt eine eigenständige Didaktik für das SLE: er wandelt den universitätsähnlichen Unterricht zu Blockeinheiten um und verlagert den Schwerpunkt auf erfahrungsorientiertes Lernen. Außerdem prägt er am SLE einen besonderen Führungsstil - das management by objectives, nach dem für jeden Mitarbeiter ein Rahmen erarbeitet wird, innerhalb dessen er selbständig zielführend arbeitet.

    Dr. Bernd Schubert leitet das SLE von 1971 bis 2003.



    Aus einem Gespräch mit Dr. Bernd Schubert am 20. September  2011:

    SLE: Herr Dr. Schubert, Sie haben 32 Jahre das SLE geleitet. Wie sind Sie damals ans SLE gekommen?

    Dr. Bernd Schubert: Ich war Teilnehmer im 3. Lehrgang, danach Assistent. Dann ließ Professor Dr. Sachs sich emeritieren. Das war meine Chance. Ich hatte gerade meine Promotion beendet und wurde Leiter. Damals gab es eine Leiterstelle und drei Mitarbeiterstellen. Die weiteren Mitarbeiter waren Professor Agrawal, Professor einer indischen Universität, Dr. Peter Neunhäuser, ein ehemaliger Auslandsmitarbeiter, und Dr. Eberhard Grosser, ein ehemaliger Teilnehmer. Ich habe dann erst einmal die Dokumentation der Auslandsprojekte und deren Publikation eingeführt. Das war ein entscheidender Schritt.

    SLE: Können Sie mir weitere Neuerungen nennen, die Sie eingeführt haben?

    Dr. Bernd Schubert: Ja, das Lehrprogramm wurde z.B. umgestaltet. Das Programm, das wie an der Uni ablief, wurde mit dem 10. Lehrgang in Blöcke geteilt und zum Blockstudium. Außerdem wurde der Teammanagementkurs eingeführt. Erfahrungsorientiertes Lernen und dementsprechende Methoden bekamen mehr Gewicht. Da gab es also didaktische Veränderungen. Es wurde auch für einen guten Einstieg in die Arbeitswelt gesorgt. Die Assistenzstellen der GTZ wurden vom BMZ finanziert. Etwa drei Viertel der Abgänger ging auf Projektassistenzstellen der GTZ, ein Viertel als associate experts in die FAO.

  • 1970

    8. Jahrgang 1970


    © SLE

  • 1970

    Die wilden 70er

    Durch kritische Forderungen der Studenten und eine entscheidungsfreudige Führung erlebt das SLE in den 70er Jahren innovative Veränderungen in inhaltlicher und didaktischer Hinsicht.

    Das SLE und die wilden 70er Jahre 

    Gespräch vom 20. September 2011 mit Dr. Bernd Schubert  ̶  ehemaliger Leiter des SLE:

    SLE: In den 70er Jahren soll es auch am SLE Streiks und Demonstrationen gegeben haben. Man spricht von den "renitenten Jahrgängen". Können Sie mir mehr dazu erzählen?

    Dr. Bernd Schubert: Das ist richtig. Der 7. und 8. Lehrgang waren sehr renitente Lehrgänge. Was sogar dazu führte, dass sich Professor Sachs in der Mittlerrolle zwischen Vorstand und Studenten aufrieb.

    SLE: Wofür setzten sich die Studierenden damals ein?

    Dr. Bernd Schubert: Wie überall im Land kämpften sie für neue Lebensformen. Am SLE versuchten sie insbesondere gegen eine eher konservative Leitung neue Lehrmethoden und Inhalte durchzusetzen. Sie forderten eine bessere Didaktik und Partizipation und setzten die Leitung unter Druck.

  • 1970

    Grundbedürfnis- & Armutsorientierung

    1969 stellt der „Pearson Bericht“ von Robert McNamara und Lester Pearson das Scheitern des Konzeptes „Entwicklung durch Wachstum“ fest. Mit der Feststellung, dass Armut sich eher ausgebreitet hat und wachstumsfördernde Maßnahmen vor allem der Oberschicht zugute kamen, setzt man nun auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse materieller und immaterieller Art. Dafür führen große internationale Organisationen Aktionsprogramme durch: Nahrung für alle (FAO), Gesundheit für alle (WHO), Bildung für alle (UNESCO), Arbeit für alle (IAO).


    © Bundesregierung / Gathmann, Jens

    Foto: Erhard Eppler, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (l.), empfängt Henri Konan-Bédié, Minister für Wirtschaft und Finanzen der Elfenbeinküste (M.) und Léon Amon, Botschafter der Republik Elfenbeinküste (r.), in seinem Dienstzimmer in Bonn.

  • 1969

    Studienreise Sri Lanka und Iran

    Die Auslandsprojekte erfreuen sich von Anfang an großer Beliebtheit.

    Studienreise 1969 Sri Lanka und Iran
    Rückblick des Teilnehmers Heinz-Jürgen Eulert-Grehn

    "Ich bedankte mich für die Gastfreundschaft, wies auf die wachsende Bedeutung der Reiswirtschaft im Rahmen der Entwicklung des Landes hin und umriss die Aufgaben und Ziele des Berliner Seminars für ländliche Entwicklung. Abschließend entledigte sich der Agronom seines Auftrags und erläuterte kurz die von der Regierung ins Auge gefassten Unterstützungsmaßnahmen. Der Hausherr erwiderte, man kenne die Programme der Regierung, halte sie aber für ungeeignet. Während der nächsten zwei Wochen begleitete ich den Agronomen fast täglich bei seinen Fahrten zu den einzelnen Dörfern. Der Ablauf der Besuche war dem des ersten in der Regel sehr ähnlich. Der Agronom nahm es mit Gleichmut, auch er war von den vorgeschlagen Maßnahmen nicht sehr überzeugt. Im Ergebnis ging es um Produktionssteigerung durch den Einsatz von Pestiziden. Die Anschaffung der notwendigen Geräte und der Kauf der Pestizide sollten den Bauern mit Hilfe von staatlich subventionierten Krediten ermöglicht werden. Da das ceylonesische Bankensystem kaum entwickelt war, bestand die Gefahr, dass die Bauern in stärkere Abhängigkeit von den lokalen Geldverleihern geraten und bei Ausbleiben des erwarteten Erfolgs Haus und Hof verlieren könnten. Der Agronom favorisierte spontane Aktionen; so ertüchtigten beispielsweise die Bewohner seines Dorfes jedes Jahr in wenigen Tagen einen Abschnitt der Straße nach Matara…"

    Heinz-Jürgen Eulert-Grehn fertigte zu seiner Auslandsreise eine Studie zu dem Thema „Paddy Cultivation and Democracy“ an.

  • 1969

    Die Neuordnung der Universität

    Im Jahr 1969 wird durch das Berliner Hochschulgesetz die Ordinarienuniversität durch die Gruppenuniversität abgelöst. Dies wird für die TU Berlin im Jahr 1970 umgesetzt. Die neun Fakultäten der TU werden in 21 Fachbereiche umgewandelt, die Landbau-Fakultät wird in die Fachbereiche 14 (Landschaftsentwicklung) und 15 (Landwirtschaftliche Entwicklung; ab 1981/82 Internationale Agrarentwicklung) geteilt, wobei der FB 15 im Bereich Berlin-Dahlem verbleibt. Nach der anfänglichen Euphorie die  Einbindung des Seminars in den Haushalt und die Stellenpläne des Instituts und der Fakultät betreffend, wurde die Arbeit spätestens mit  dem Wechsel in den Fachbereich 15 beschwerlicher. Für das Überleben des Seminars werden die Zuwendungen vom Bund, dem Land Berlin und Dritten immer wichtiger, ganz besonders angesichts des späteren Stellenabbaus am Institut für Sozialökonomie der Agrar-Entwicklung.

  • 1966

    BMZ

    Die SPD stellt mit Hans-Jürgen Wischnewski das erste Mal den Minister für das BMZ. Das Ministerium bleibt bis zum Jahr 1982 in SPD-Hand.


    © Bundesregierung / Bauer, Georg

    Foto: Hans-Jürgen Wischnewski, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (l.), besucht die Technische Schule in Bangkok, Thailand.

  • 1966

    Verwaltungspersonal

    Frau Brüsch und Frau Hanack betreuen als Sekretärinnen die ersten Lehrgänge.



    Aus einem Gespräch mit Dr. Peter Neunhäuser im Oktober 2011: "Von Frau Hanack ist eine lustige Episode übermittelt: Als das Seminar noch in der Podbielskiallee untergebracht war, arbeiteten die Mitarbeiter und die Sekretärinnen in der ersten Etage. Wenn nun einmal wieder ein ehemaliger Teilnehmer zu Besuch kam und den Weg in Frau Hanacks Arbeitszimmer fand, schrie sie auf. Die anderen Mitarbeiter in ihren Zimmern waren dann sehr gut informiert über den Gast, denn: je höher sie schrie, desto weiter lag der Jahrgang des Besuchers zurück."

  • 1965

    Teilnehmerzahl steigt

    Von den 12 Bewerbern in diesem Jahrgang werden alle angenommen.

  • 1965

    Prof. Sachs wird Geschäftsführer

    Mit dem 3. Lehrgang wird Prof. Sachs Geschäftsführer des SLE.



    Professor Sachs auf der 20-Jahrfeier 1982.

  • 1965

    UNDP

    Das United Nations Development Programme (UNDP) wird gegründet. Es koordiniert Programme und Aktivitäten der Vereinten Nationen. Später präsentiert es umfassende Analysen der sozialen Entwicklungen im „Human Development Report“. Nach Empfehlung des Weltbank-Pearson Berichts von 1969 sollten 0,7% des BSP der Industrienationen für die öffentliche Entwicklungshilfe ausgegeben werden.

  • 1964

    Professor von Blanckenburg wird Leiter

    Zum 1. März 1964 tritt Prof. Dr. von Blanckenburg die Nachfolge von Prof. Dr. Wilbrandt an und übernimmt die Leitung des Seminars für Landwirtschaftliche Entwicklung, das in den folgenden Jahren informell auch "Blanckenburg-Seminar" genannt wird. 

    In der ersten ordentlichen Fakultätssitzung des akademischen Jahres 1964/65 - am 17. Oktober 1964 - nimmt das SLE nun auch in der Fakultät Gestalt an. Neben der Seminar- und Stipendienordnung wird bei der Sitzung auch nochmals der Auftrag des Seminars vorgetragen, durch die Fakultät angenommen und an den Akademischen Senat der Technischen Universität weitergeleitet. Damit wurde die Eigenständigkeit des SLE gegenüber dem Institut für Ausländische Landwirtschaft festgeschrieben. Die Frage, ob das Verwaltungsabkommen von 1958/59 der Finanzierung und Unterhaltung des  gesamten  Instituts oder nur dem Seminar dienen sollte, blieb aber lange strittig.



  • 1964

    Gruppe 77

    Mit Forderung der Wiedergutmachung für Jahrhunderte kolonialpolitischer Unterdrückung trifft sich zum ersten mal eine Gruppe der 77 Länder der Dritten Welt. In der Charta von Algier fordern sie die Umgestaltung der Weltbank in eine Entwicklungsbank.


    © St Krekeler CC-by-sa 2.0

  • 1963

    Erster Jahrgang

    Der erste Lehrgang des SLE STUDIUMs startet 1963.

    Blitzlicht: Studienreise Ostafrika

    Die Auslandsaufenthalte ähnelten damals eher Exkursionen oder Studienreisen, bei denen das Lernen im Vordergrund stand. Die 2. Studienreise am SLE führt nach Uganda, Kenia und Syrien.  Gearbeitet wird zu den Themen Bewässerungsprojekte in Kenia, Teeanbau in Kleinbetrieben und landwirtschaftliche Forschung im Sudan.

  • 1963

    Start des ersten Lehrgangs

    Der erste Lehrgang des Seminars für Landwirtschaftliche Entwicklung startet im Januar 1963 noch unter Prof. Dr. Wilbrandt, doch bereits im Wintersemester 1963 nimmt Wilbrandt einen Ruf an die Ernst-August-Unversität in Göttingen an. Der eigentliche Aufbau des Seminars für Landwirtschaftliche Entwicklung bleibt dem Nachfolger überlassen.

  • 1963

    Gründung des DED und Abschluss des Yaoundé-Abkommens

    Konrad Adenauer gründet den Deutschen Entwicklungsdienst als anerkannten Träger des Entwicklungsdienstes im Sinne des § 2 Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG).  Zur Gründungsfeier ist John F. Kennedy geladen! Ebenfalls 1963 beschließt die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Yaoundé den Aufbau einer Freihandelszone.


    © Bundesregierung / Steiner, Egon

    Foto: v.l.n.r: Präsident Kennedy, seine Schwester Eunice Shriver, Bundespräsident Heinrich Lübke, Minister Scheel und Bundeskanzler Konrad Adenauer beim Empfang in der Villa Hammerschmidt

  • 1962

    Gründung des SLE

    Gegründet wurde das SLE 1962 als "Seminar für Landwirtschaftliche Entwicklung". Mit seinem Schwerpunkt auf der tropischen und subtropischen Landwirtschaft gehörte das Seminar zum Institut für Ausländische Landwirtschaft der TU Berlin. Die durch das Verwaltungsabkommen zwischen der Bundesregierung und dem Land Berlin von 1958 begründete sehr gute Ausstattung des Instituts und des „Ordinariats Wilbrandt“ rief bald die Begehrlichkeiten der „Rest-Fakultät“ auf den Plan. Im Jahr 1962 kam es zum offenen Streit zwischen der Magnifizenz, TU-Rektor Prof. Dr. Kölbel, dem Akademischen Senat und seiner Spektabilität, dem Dekan der Fakultät für Landbau, Prof. Dr. Berger-Landefeldt.





    Hintergründe zur Entstehung des Seminars
    (aus einem Gespräch mit dem ehemaligen Leiter des SLE, Herrn Dr. Bernd Schubert, vom  20. September 2011):

    “Das SLE ist sozusagen ein Kind der Mauer. 1961 wurde die Mauer gebaut. Da hat man überlegt, wie in (West-) Berlin neue Aktivitäten geschaffen werden können. Zur Belebung der entwicklungspolitischen Landschaft hat man in diesem Zusammenhang mehrere Institute  ins Leben gerufen. Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE), das Seminar für Tropenveterinäre und das SLE sind so entstanden. Professor Wilbrandt, der Gründungsrektor des SLE, hat damals die Gunst der Stunde erkannt und genutzt und einen Antrag gestellt und dabei großzügig geplant. Der Antrag, der für 20 teilnehmende Studierende die Betreuung durch 10 Mitarbeiter vorsah, 4 wissenschaftliche und 6 technische Kräfte, und einen großzügigen Auslandsaufenthalt beinhaltete, wurde bewilligt. Noch im November des gleichen Jahres konnte der Betrieb aufgenommen werden.“

  • 1962

    Welthungerhilfe

    Unter dem Dach der „Freedom from Hunger Campaign“ der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) entsteht die Welthungerhilfe.

  • 1961

    Gründung OECD und BMZ

    Durch die Dekolonialisierung wächst Anfang der 60er Jahre schnell die Zahl unabhängiger Länder. Bei der Gründung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird zum ersten Mal von  "Entwicklungshilfe" gesprochen. Dabei hatten Ost und West  bereits in den 50er Jahren mit Hilfsleistungen für Länder des Südens begonnen, um im Kalten Krieg Bündnispartner für die eigene Politik zu gewinnen. Die junge Bundespolitik Deutschland hatte sich 1952 erstmals an einem Hilfsprogramm der UN beteiligt. 1956 wurde im Außenministerium ein Fonds mit 50 Millionen DM für die Unterstützung unterentwickelter Länder aufgelegt. 1961 richtet die Bundesregierung dann ein eigenes "Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit" ein. Zum ersten Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit wird Walter Scheel ernannt.


    © Bundesregierung / Müller, Simon

    Foto: Walter Scheel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (M.), verabschiedet König Mohammed Zahir Shah von Afghanistan.

  • 1960

    Personalausstattung und Namen aus der Gründungsphase

    Im Jahr 1960, noch vor der Gründung des SLE, stand das Institut für ausländische Landwirtschaft der TU Berlin unter der Leitung des Ordinarius und Institutsdirektors Prof. Dr. Hans Wilbrandt und war mit einem Oberassistenten (Dr. R. Sachs) und vier Assistenten (E.G. Jentzsch,  Dr. F. Kuhnen, Dr. N. Newiger und Dr. H. Ruthenberg) außergewöhnlich gut ausgestattet. Hinzu kamen Doktoranden (Ch. Bonte-Friedheim, H. Meliczek, E. L. Littmann u.a.) mit Forschungsthemen zu Tunesien, Irak und der Türkei.

    Historischer Kontext vor der Gründung des SLE
    Die Anfänge der Landbauwissenschaften in Berlin gehen bis auf 1810 zurück, als A.D. Thaer zum Professor für Landwirtschaft und Kameralwissenschaft ernannt wurde. Im Jahr 1881 wurde die Landwirtschaftliche Hochschule gegründet, die nach 1933 als landwirtschaftliche Fakultät zur Friedrich-Wilhelm-Universität kam, der späteren Humboldt-Universität. Mit Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses im Jahr 1951 wurden die auf Westberliner Gebiet liegenden Institute als „Fakultät VI für Landbau“ in  die Technische Universität Berlin eingegliedert. 1960 bestand die vielseitigste Fakultät für Landbau in Deutschland aus den Abteilungen Landwirtschaft, Gartenbau und Landwirtschaftliche Technologie und 7 Fachrichtungen, darunter auch wieder eine Fachrichtung für Ausländische Landwirtschaft, die es von 1921 bis 1933 schon einmal gegeben hatte.  Das Institut für Ausländische Landwirtschaft an der TU Berlin wurde am 11. März 1958 auf Grund eines Verwaltungsabkommens zwischen der Bundesregierung, vertreten durch den Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, und dem Land Berlin, vertreten durch die Senatoren für Volksbildung und Finanzen, neu geschaffen. Neben den allgemeinen Aufgaben eines Universitäts-Instituts in Lehre und Forschung hatte das Institut für ausländische Landwirtschaft die besondere Aufgabe, “ a) den wissenschaftlichen und diplomatischen Nachwuchs für Institutionen der Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung mit einer internationalen Aufgabenstellung sowie für Entwicklungsländer auszubilden; b) die Bundesrepublik in allen agrarökonomischen und wirtschaftspolitischen Grundsatzfragen der ausländischen land- und Ernährungswirtschaft zu beraten. …“

  • 1960

    Entwicklung durch Wachstum und Grüne Revolution

    Das bis Ende der 1960er vorherrschende Konzept „Entwicklung durch Wachstum“ beruhte auf der Annahme, die Unterentwicklung beruhe auf Kapitalmangel und genügend Kapital allein würde zu Wachstum und Entwicklung führen. Gleichzeitig nahm man an, genügend Wachstum würde den Wohlstand in rückständige Regionen und Sektoren, in tiefere soziale Schichten sickern lassen (Trickle-Down-Effekt). Schließlich herrschte die Erwartung, dass eine stärkere Einbindung der Entwicklungsländer in den Weltmarkt als Wachstumsmotor wirkt und eine größere Nachfrage der Industrieländer auslösen kann. Den Entwicklungsländern wird somit der Weg zur Industrialisierung gewiesen.

    In der Landwirtschaft soll die „Grüne Revolution“ die Ernährung der Weltbevölkerung sicherstellen. Tatsächlich verbesserten Hochertragssorten, Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden und Bewässerung die Ernährungssituation vieler Menschen erheblich, insbesondere in Asien. Allerdings ist die Grüne Revolution durch starken Einsatz von Mineraldüngern, Pestiziden und Bewässerung auch mit Umweltbelastungen verbunden.