Neue Wege gehen:

Das HORTINLEA Master’s Thesis Programme

Im September 2016 startete im HORTINLEA-Projekt eine für das SLE neuartige Initiative: Das HORTINLEA Master’s Thesis Programme. Es sollte Masterstudierende während deren Masterarbeit inhaltlich, organisatorisch und finanziell unterstützen. 13 Studierende wurden ausgewählt und erhielten in den vergangenen Monaten Einblick in internationale Organisationen, Forschungsarbeit im Feld und interdisziplinäre Wissenschaften. Das Programm stärkt deren analytische, methodische und kommunikative Kompetenzen.

Bereits im Mai 2016 wurden die Masterthemen für eine Bearbeitungszeit von maximal einem Jahr ausgeschrieben. Das übergeordnete Thema lautete Wissensaustausch für Lebensmittel- und Ernährungssicherheit. „Im August 2016 haben wir nach zwei Bewerbungsrunden Studierende aus sechs Ländern interviewt“, erinnert sich der Koordinator des Programms, Dr. Emil Gevorgyan. Unterstützt wurde Gevorgyan von einem beratenden Gremium, das sich aus Wissenschaftlern und Experten aus internationalen Organisationen wie dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und dem World Vegetable Centre zusammensetzte. „Am Ende konnten wir 13 Studierende auswählen. Sie untersuchen unter anderem zu Wissenskommunikation und sozialem Kapital bei Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von indigenen Gemüsen, der Verknüpfung von lokalem und akademischem Wissen von Nahrungssystemen und der Evaluation von interdisziplinären Forschungsprojekten wie HORTINLEA.“

Schritt für Schritt zu einer andauernden Initiative

Die neue Initiative brachte in den darauffolgenden Wochen vor allem eins: organisatorische Herausforderungen. Es mussten Förderverträge, Arbeitspläne und vor allem Kommunikationsstrukturen geschaffen werden, die auch in Zukunft genutzt werden können. Ab Februar 2017 begannen die ersten Studierenden ihre Feldarbeit in Form von Feldversuchen und Interviews. „Der Hauptteil meiner Feldphase fand in Kakamega County, in West Kenia statt“, meint Manon Lelarge, Masterstudentin in Rural Development an der Pisa University. „Zu meiner Überraschung sprachen viele meiner Interviewpartner selbst in den entlegensten Gegenden fließend Englisch und waren bereit mir Informationen zu ihrer Arbeit zu geben. Auch James Chacha, Masterstudent aus Tansania an der Sokoine University of Agriculture, sammelte überraschende Erfahrungen während seiner Feldarbeit in der Kilimanjaro Region: „Ziemlich erstaunt war ich über den strengen und anhaltenden Gestank einer der Pflanzen, die ich gepflückt hatte. Meine Mitreisenden fühlten sich davon so gestört, dass sie eine Stellungnahme vom Verantwortlichen für diese Verpestung der Luft verlangten.“

Mittlerweile haben acht der elf noch involvierten Masterstudierenden die Datenerhebung beendet. Zwei davon konnten sich bereits über sehr gute Noten für ihre Arbeiten freuen. „Das Programm war inhaltlich und organisatorisch häufig herausfordernd. Aber das Interesse seitens anderer Institutionen und die wirklich spannenden abgeschlossenen Masterarbeiten lesen zu können, bestätigen den Wert einer solchen Initiative“, resümiert Gevorgyan kurz vor Ende des Programms im September 2017.
© Marlen Bachmann

 

 

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Ein Teilnehmer des Programms diskutiert Herausforderungen bei der Auswertung internationaler Projekte wie HORTINLEA. © Sergio Urioste Daza

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In Iyala, Westkenia, interviewte Manon Lelarge KleinbäuerInnen zu deren traditionellen Wissen über einheimisches afrikanisches Gemüse. © Manon Lelarge

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Eine Masterarbeit untersuchte Verhaltenseffekte bei Schülern durch den Anbau von afrikanischem einheimischem Gemüse in Schulgärten im Westen Kenias. © Linda Sigilai